Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1737. Quellen: Wie bereits angegeben. Kaiser Karl VI. hatte im Jahre 1726 mit Russland ein Bündniss geschlossen, welches ihn verpflichtete, diesen Staat in jedem Vertheidigungskriege mit einem Hilfs Corps von 30.000 Mann zu unterstützen. Seit 1736 befand sich Russland im Kriege mit der Türkei, da aber ersteres den Conflict provocirt und begonnen hatte, war es dem Ermessen des Kaisers überlassen, ob er sich am Kampfe betheiligen wolle oder nicht. Obwohl die Türkei in letzter Zeit keinen Anlass zu Streitigkeiten gegeben hatte und sich gegen Karl VI. friedliebend und nachgiebig erwies, wurde in Wien dennoch der Angriffskrieg beschlossen, da man von diesem einen theilweisen Ersatz für die jüngst erlittenen schweren Verluste in Italien erwartete. Schon im September des Jahres 1736 zog der FM. Pálőy in den Lagern bei Futak, Rács, Novoszelo, Keresztur und Kovil eine Armee von 57.000 Mann, davon 20.000 Reiter, mit 80 Geschützen zusammen. Gleichzeitig sammelte sich in Croatien unter dem FZM. Josef Friedrich von Sachsen-Hildburghausen ein Corps von 14.000 Mann regulärer Truppen und das Corps, welches FZM. Graf Wallis in Siebenbürgen commandirte, sollte eine Stärke von 9600 Mann erhalten. Als die Lagerplätze der Haupt-Armee von Ueberschwemmungen heimgesucht wurden und sehr viele Sol­daten am Sumpffieber erkrankten, erhielt Pálffy den Befehl, mit den Truppen bis Pozarevac vorzugehen, bei Kubin eine Brücke über die Donau kerstellen zu lassen und einen Theil der Reiterei nach Uj-Palánka und Karansebes zu verlegen. Er sollte in dieser Aufstellung die türkischen Streitkräfte beobachten, die Grenze aber erst dann überschreiten, wenn die russischen Truppen sich ent­sprechend genähert haben würden. Im nächsten Jahre (1737) erhielt FM. Seckendorf das Com­mando der Armee, unter welchem die FM. Graf Philippi und Graf Khevenhüller, der FZM. Baron Schmettau und der G. d. C. Graf eine noch grössere Menge derselben gefangen und sprengten den geringen Rest auseinander. Die Häupter der Verschwörung starben entweder durch Henkershand oder wurden vom Landvolke, das sie verleitet, erschlagen.

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