Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1718. 255 wiesen, den FM. Steinville im Falle der Nothwendigkeit zu unterstützen. Steinville erhielt gleichzeitig den Auftrag, den Verwüstungszug der Tataren durch einen Einbruch in die Moldau und die Verheerung des dortigen Landes zu rächen. FML. Graf Hannibal Heister war befehligt worden, mit der Grenzmiliz Novi wegzunehmen. Dieser übertrug den beiden GFWM. Draskovich und Königsegg das Commando der Expedition. Beide Generale umschlossen Novi und Hessen es mit ihrer wenigen Artillerie beschiessen. Am 17. September stürmten die Kaiserlichen den Platz, wurden aber ungeachtet ihrer Bravour zurückgeschlagen. Als ein ansehnliches, feindliches Corps zum Entsätze herbeieilte, hob Draskovich die Belagerung auf, erlitt aber auf dem Rückzüge durch die nachdrängenden Türken so schwere Verluste, dass er fast ohne alle Mannschaft nach Kostainica gelangte. Die misslungene Expedition hatte über 1400 Mann an Todten und Verwundeten gekostet. Nicht besser endete ein Zug gegen Zvornik, bei welchem GFWM. Petrasch nicht unbedenklich blessirt wurde. Die wiederholten Friedens Vorschläge der Pforte hatten in letzter Zeit in Wien eine günstigere Aufnahme gefunden, da den italienischen Besitzungen des Kaisers durch die Ränke des spanischen Ministers Alberoni Gefahr drohte und die Insel Sardinien thatsächlich bereits verloren war. Der Grossvezier erneuerte die Friedensvorschläge auf das dringendste und beantragte den Zusammentritt eines Congresses in Belgrad, indem er einstweilen um einen Waffenstillstand bat. Eugen von Savoyen verweigerte den letzteren zwar, zeigte sich aber dem Frieden geneigt und bezeich- nete, da Belgrad durch die Belagerung zu sehr gelitten hatte, Pozarevac als den geeigneten Ort für die Unterhandlungen. Feldzug 1718. Quellen: Wie bereits angegeben. Die Truppen wurden während des Winters theilweise dazu verwendet, die neu erworbenen Grenzorte in Vertheidigungszustand zu setzen. Orsova, die Insel Poreö, Pancsova und Uj-Palánka wurden stark fortificirt, bei Kubin zur besseren Verbindung mit Serbien eine Brücke über die Donau geschlagen und Belgrad sollte Novi. Zvornik.