Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Major Duncker: Militärische und politische Actenstücke zur Geschichte des ersten schlesischen Krieges 1741 (Schluss im VI. Band)
aus Karnitz über einen militärischen Erfolg berichten, den GFWM. v. Festetics erfochten hatte: „Ich habe General v. Festetics nach Braunau abgeordnet, um von dort einen Streif an die Oder gegen und unterhalb Breslau zur Alarmirung des Feindes vorzunehmen, welches ihm auch dergestalten glücklich von Statten gegangen, wie dessen allegirter Brief des mehreren erwähnt. Hiernächst lege auch unterthänigst einige Depeschen an [fehlen], so von wiederholtem General v. Festetics zwischen Neumarkt und Parchwitz bei dieser Gelegenheit intercipirt worden, wovon der beifindige Brief so nach Frankfurt a. M. adressirt und in Chiffem besteht, die einzige Ursacli, dass gegenwärtige Staffetta an E. K. H. expedire. r) Von Breslau ist übrigens von bisheriger Hand mehrmalen dasjenige hier eingelaufen, so E. k. H. in Abschrift zu Höclist- derselben Einsicht liiemit unterthänigst an verwahre.“ 2) Der erwähnte Bericht des GFWM. v. Festetics lautet: „Braunau, 3. August 1741. s) Ich habe die Ehre, gehorsamst zu rapportiren, dass ich heut zwischen 6 und 7 Uhr NM. allhier mit dem Commando eingetroffen bin, vorgestern Vormittag gegen 8 Uhr bin ich bei Maltsch an der Oder arriviret, in alldortiger Salz-Niederlage und Magazin 386 Fass Salz, 20 Fass Mehl, 13 Fass Alaun, 216 Scheffel Haber, zwei mit ') Dieser Brief war an den preussischen Etatsminister, Bevollmächtigten bei der Kaiserwahl, Balthasar Konrad von und zum Broich, gerichtet und enthielt die Weisung, dass Letzterer »in allen ordinären Sachen de concert mit dem Maréchal de Belleisle gehen und sich in allen Stücken in solchen fügen soll«, wichtige Sachen seien durch Courier an König Friedrich II. zu berichten. (»Polit. Correspondenz« I. Nr. 440 u. 448.) *) Diese Nachrichten vom 3. August enthalten u. a. die Mittheilung, dass die Meldung von dem Erfolge des GFWM. v. Festetics bei den Preussen grosse Bestürzung hervorgerufen habe und Infanterie von Breslau nebst 2 Geschützen nach Leubus als Succurs abgegangen sei. Die Schanzarbeiten im Lager bei Strehlen würden eifrig fortgesetzt. Der Dom zu Breslau werde auch mit neuen Schanzen versehen. 23 österreichische Husaren, die noch in Breslau seien, würden »sehr hart gehalten, bekommen zwar Brod, aber keine andere Löhnung, müssen von Almosen leben und sollen mit Gewalt Dienst nehmen, wollen aber absolut nicht, bitten inständig, sie nicht zu verlassen.« FM. Schwerin sei plötzlich und unvermuthet am 3. August Früh in das Lager bei Strehlen abgegangen. (K.-A. Schlesien 1741; Fase. VIII. 13 und ad 13 b.) 3) K.-A. Schlesien 1741; Fase. VIII, ad 13 a. Original. Eigenhändig.