Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Major Duncker: Militärische und politische Actenstücke zur Geschichte des ersten schlesischen Krieges 1741 (Schluss im VI. Band)

Heu beladene Schiffe angetroffen, ich habe das Salz, Mehl und Alaun, wie auch den Haber in die Oder werfen lassen, wie auch von einem Schiff das Heu, die anderen Schiffe habe in Brand stecken lassen. Da ich eben mit Versenkung des Salzes fast zu Ende gekommen bin, hat sich ein feindliches Commando von dem jüngst angekommenen Bandemer’sehen Regiment jenseits der Oder sehen lassen, und zu feuern angefangen, bei welcher Gelegenheit der polnische Edelmann, welchen auf Ersuchen des polnischen Herrn Majors als Volontair mit mir genommen habe, blessirt, und noch den Tag an der Blessur gestorben ist. Ich habe mich sodann über Blumerode, einen Ort, welcher zwischen Neumarkt und Parchwitz liegt, rctirirt und zwischen Dambritsch und Obsendorf auf eine Anhöhe postirt, mittlerweil hat sich das bemeldete Bandemer’sche Regiment (ohne 90 Mann und des Obristen, welche im Kloster Leubus, um den Herrn Prälaten zu exequiren und eine namhafte Summe Geldes für den König von Preussen zu empfangen, zurückgeblieben sind) bei benannter Maltscher-Ueberfulir mittelst zusammengestossenen Schiffen und Plätten transportiren lassen und gegen mich in völliger Carriére avancirt. Da ich nun von der Anhöhe es wohl und zeitlich ab- nehmen können, und eilends zu Pferd sitzen lassen, auch gegen avancirt, haben sie so eilends als sie angerückt über Hals und Kopf die Flucht ergriffen, bei welcher Gelegenheit der Feind bis oft bemeldeten Ort Maltsch eingeholt worden, und nach einem tapferen Angriff in solche Consternation gerathen, dass sie sämmt- licli in die Oder gesprengt worden sind, auch ein grosser Tlieil von ihnen elendiglich ersoffen, ein Theil aber in unsere Hände gerathen, gleichwie anhero mit mir zwei Hundert gefänglich ein­gebracht habe. Von uns ist kein Mann geblieben; ich werde E. E. morgen die ordentliche Specification mit Benennung der Ofticiere und Gemeinen unterthänigst gehorsamst einsenden. Es besteht nun das ganze Bandemer’sche Regiment nicht von 100 Mann. x) Eine Depesche mittels Staffeta unter des Königs von Preussen Petschaft ist uns zwischen Neumarkt und Parchwitz in die Hände ') Der Oberst, dieses neu errichteten Husaren-Regiments, Friedrich von Bandemer. erhielt nach diesem Echec seines Regiments den Abschied. »Bio­graphisches Lexikon aller Helden und Militärpersonen, welche sich in preussi- schen Diensten berühmt gemacht haben« I, pag. 98.

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