Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Major Duncker: Militärische und politische Actenstücke zur Geschichte des ersten schlesischen Krieges 1741 (Schluss im VI. Band)

244 Duncker. aller Verschwiegenheit dem Magistrat unmassgeblich übergeben, besonders aber meines guten Freundes Person menagiert werden.“ 1) Dieselbe Energielosigkeit der städtischen Behörden, welche schon beim Abschlüsse der Neutralitäts - Convention mit König Friedrich II. am Anfänge des Jahres zu Tage getreten war, zeigte sich wieder in diesen Vorbereitungen und Verclausuliorungen. Jetzt, wo eine kühne, energische Action mehr als je geboten war, verlangte man Ansuchen und Versicherungen seitens der österreichischen Armee-Leitung! Ahnten die österreichisch Gesinnten in der Stadt denn nicht, dass König Friedrich II. mehr als genügend von dem bedrohlichen Umschwung der Stimmung zu seinen Un­gunsten durch seine Behörden und Agenten unterrichtet würde und dass es ihm nun vor Allem darauf ankommen werde, die Stadt ganz in seine Gewalt zu bekommen? Mit dem Zögern und Zweifeln aber war Breslau verloren! DIE SENDUNG DES FML. GRAF BROWNE NACH DRESDEN. FML. Maximilian Ulysses Graf Browne Baron de Camus und Mountany war, in Folge der Befehle der Königin, aus dem Hauptquartier Keisse am 18. Juli 1741 nach Dresden insgeheim abgesendet worden,2) um mit dem dort anwesenden hannover’schen General v. Uten und den sächsischen Militärs über den von den ver­bündeten Mächten einzuschlagenden Operationsplan zu verhandeln. FM. Graf Neipperg hatte dem Grafen Browne die für diese Mission noth wendigen Weisungen in einer ausführlichen Instruction ertheilt.3) ') Der Name dieses „guten Freundes1 ist in den, in den Acten er­haltenen Berichten nirgends genannt. 2) Trotzdem wusste König Friedrich II. schon am 1. August davon, dass der General in Dresden sei, »um daselbst einen Renfort von 10.000 Mann zu sollicitiren « (»Politische (Korrespondenz« I, pag. 293.) 8) In dieser ist die Stärke der österreichischen Armee wie folgt ange­geben: An deutschen Truppen: Infanterie 10.000 Mann, (Kavallerie 7000 und einige hundert, also 18.000 (Kombattanten, dann 6 Husaren-Regimenter mit 3000 Mann, 3 ungarische National-Regimenter mit 4500 Mann, 3000 (Kroaten und 1000 Slavonier, im Ganzen: 29.500 Mann. Die preussische Armee wird darin beziffert auf 22 Infanterie- und 12 Cavallerie-Regimenter, von letzterer Waffe seien ausserdem noch 3 Regimenter im Anmarsche. (Bericht FM. Graf Neipperg’s an die Königin vom 18. Juli 1741. -— H. H. u. St. A. Friedens- Acten ; Fase. 23.

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