Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Major Duncker: Militärische und politische Actenstücke zur Geschichte des ersten schlesischen Krieges 1741 (Schluss im VI. Band)

V • • ' - •' ' f T • ' •' ' •: •••• ■■ -- ■ • ....... v ‘^ • ri chte müssen dem König von Preussen sehr wesentlich erschienen sein, da er sich bewogen fand, nach der Besitzergreifung Breslau’s den Rath anzuweisen, dem Hofrath Morgenstern jährlich Ö00 Thaler Pension zu zahlen, die dieser auch bis zu seinem, in hohem Alter zu Potsdam erfolgten Tode bezogen hat.*) Man erfuhr weiter, dass in Breslau auffallend viele preussische Soldaten gesehen würden, „massen damit alle Gassen und Plätze wider Gewohnheit häufig angefüllt, auch fast in allen Gassen eine grosse Anzahl von ihren Rüstwägen stehen. Gott gebe! dass es nicht etwa ein Stratagema, um auf den Dom unvermerkt Succurs zu bringen, wann etwa unser Corps ein Dessein auszuführen, und dessen sich zu bemächtigen willens wäre2), oder aber gar ein Com- plot mit der hiesigen Bürgerschaft, um sie durch dergleichen List in die Stadt zu spielen — ohne dass der Magistrat, auf welchen der gemeine Mann wieder ganz aufsässig, etwas davon inne werde, denn preussisches Gewehr ist genug in der Stadt.“ 3) Ein weiterer Bericht vom 26. Juli meldete, dass König Friedrich II. der Stadt Breslau als letzten Termin den 29. Juli bezeichnet habe, um ihre Enderklärung wegen der Steuern abzu­geben. „Es will aber und wird von den Bürgern gewiss nicht anders resolviert werden, als dass sie Nichts geben und sich an das in der Convention versprochene königliche Wort halten werden, obschon die Resoluta von allen Zünften noch nicht dem Magistrat übergeben worden.“ Der Bericht theilt weiter mit, dass nach der Versicherung eines in die Verhältnisse vollkommen eingeweihten glaubenswerthen Mannes, „weder der Magistrat, noch Honoratiores etwas Anderes wünschen, als des preussischen Jochs bald los zu werden und ob­schon die Nichtshabenden mit Anhang der Canaille etwas anderes suchen, so sind sie doch nicht mächtig genug, eine Uebergabe der Stadt durch eine vortheilhaft erscheinende Capitulation zu erzwingen. 0 Vergl. Grünhagen: »Zwei Demagogen im Dienste Friedrich des Grossen« in »Abhandlungen der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur«. (Philosoph.-hist. Abtheilg. 1861, Heft 1.) 2) Hier ist das unter dem Befehle des Obristen Br. Trips auf das rechte Oder-Ufer entsendete Streif-Corps gemeint (s. pag. 212). 3) K.-A. Schlesien 1741; Fase. VII, ad 44 c.

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