Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Major Duncker: Militärische und politische Actenstücke zur Geschichte des ersten schlesischen Krieges 1741 (Schluss im VI. Band)
Schliesslich wurde aus Breslau noch berichtet, FM. Graf Schwerin habe geäussert, dass sich die in österreichischer Gefangenméme eu F insolence de faire enlever le Br. de Reisewitz, que Vous con- noissez (C’est celui que nous avons vu ä Berlin avant F invasion en Silesie et que S. M Pr, avoit fait Lieutenant Colonel) et de le faire mener lui et toute sa famille prisonnier ä Neisse, oü on lui fera apparement mal passer son temps, en le recompensant de« [fehlt]. (H. H. u. St. A.; Gr. Correspondenz Fase. 192, Convolut A.) Als am 2. März FML, Graf Browne aus seinen Cantonnierungs-Quartieren in Mähren mit einem Detachement von 500 Grenadieren, 300 Kürassieren und 200 Husaren bis Zuckmantel vorgegangen war, sandte er von dort 200 Grenadiere, 100 Kürassiere und einige 60 Husaren als Succurs nach Neisse, wo sie am 3. März Früh ankamen. In selber Nacht wurden dagegen aus Neisse unter starker Escorte, alle preussischen Kriegsgefangenen, darunter ein Obristwachtmeister. einige Officiere „und die zu Neisse inhaftierten zwei schlesischen Landsassen Graf Arco und Baron Reisewitz bis Zuckmantel, von da aber nebst dem zu Endersdorf aufgehobenen Arrendator von Götz (die drei geschlossen) nach Sternberg gebracht.“ In der Nähe von Zuckmantel fand bei dieser Gelegenheit zwischen 26 preussischen und 12 österreichischen Husaren ein Rencontre statt, wobei ein preussischer Corporal erschossen, einige preussische Husaren verwundet, drei mit ihren Pferden gefangen wurden. (Bericht des Grafen Satzenhofen in Freudenthal vom 8. März; Deutsch-Ordens-Central- Archiv.) Von Sternberg ging der Gefangenen Transport über Olmütz und von dort am 10. März nach der Festung Spielberg ab. Graf Arco und Baron Reisewitz wurden als Staatsgefangene inhaftiert (Note des Spielberger Comman- danten an die Landeshauptmannschaft vom 12. März 1741. Acten der k. k Statthalterei, Brünn.) Jedenfalls waren die beiden Inhaftierten bezüglich des Landesverraths sehr suspect, FML. Graf Browne nennt sie dem Hofkriegsrath nach Briefen des Obristen Baron Roth, die er ebenfalls mit einsendet, als ..zwei Hauptpersonen“. (H. K. R. E. P. 1741 ; Februar. Fol. 532.) Der Hofkriegsrath verlangte in einem Erlass an FML. Graf Browne Bericht über die Correspondenz der genannten Edelleute. (H. K. Raths-R. P. 1741; 8. März, Fol. 437.) FM. Graf Neipperg sandte im Mai 1741. die vom Obrist Baron Roth „wider den in inquisitione sich befindenden Baron Reisewitz einbekommenen Briefschaften zur Ersehung“ (H. K. R. E. P. 1741; Mai, Fol. 1206) an diese Behörde ein. Dass eine Untersuchung stattgefunden, ist schon deshalb wahrscheinlich. weil die böhmische Hofkanzlei beim Hofkriegsrathe „requirirt. des Weiteren zu verfügen, womit alle in Neisse bei dem Militari etwa noch vorhandenen und in die Inquisition der beiden Arrestanten auf dem Spielberg ob Brünn Baron Reisewitz und Graf Arco einschlagende Briefschaften, judicia und examina abgefordert und ihr, böhmischen Kanzlei, communicirt werden möchten.“ (II. K. R. E. P. 1741; Fol. 2114.) Die Acten hierüber konnten bisher noch nicht aufgefunden werden. Als Repressalie (Schwerin an Neipperg, K.-A. 1741, Fase. XIII ad 55, 66) liess der Erbprinz Leopold von Anhalt-Dessau den österreichischen