Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1697. 173 Uj-Palanka. Pancsova. die Unna, wandte sich dann in das Thal der Sana und besetzte Stari-Majdan. Von hier entsendete er mehrere kleine Streifcorps, welche bis Banjaluka plünderten und ansehnliche Beute ein­brachten. Ohne nennenswerthe Verluste erlitten zu haben, kehrte der Banus hierauf wieder über die Unna und nach Petrinja zurück. Auch die Unternehmung des G. d. C. Grafen Bussy-Rabutin war von Erfolg gekrönt. Dieser General marschirte mit 3000 Reitern, einer Abtheilung Raizen, sechs Geschützen und einem Mörser am 26. Oc­tober von Déva durch das Thal der Strell und den Pass des Eisernen Thores nach Uj-Palanka (O-Palanka), gegen welchen wohlbefestigten Platz er am 6. November ein heftiges Feuer er­öffnen Hess. Als die Beschiessung ohne Resultat blieb, befahl Rabutin zu stürmen und eroberte, obwohl türkische Czaiken einen Succurs von 100 Mann in den Platz warfen, Uj-Palanka nach einem heissen, erbitterten Kampfe. In diesem verloren die Kaiserlichen 120, die Türken 800 Mann, die letzteren ausserdem 16 Fahnen, elf Geschütze, und einen nicht unbedeutenden Vorrath an Proviant und Munition. Da an eine dauernde Behauptung des sehr exponirten Platzes doch nicht zu denken war, Hess ihn Rabutin anzünden und im Laufe des 7. und 8. November vollständig demoliren. Nachdem der Pro­viant zur Neige ging und ungünstiges Wetter eingetreten war, blieb Rabutin bei Uj-Palanka stehen und sandte nur den Obristen Herberstein mit einem schwachen Detachement gegen Pancsova. Die Besatzung dieses Platzes wartete jedoch das Erscheinen der Kaiserlichen nicht ab, sondern steckte den Ort in Brand und ergriff, die Artillerie im Stiche lassend, die Flucht. Die Republik Venedig, durch den langen Krieg bereits er­schöpft, musste sich in Dalmatien auf die Defensive beschränken, weshalb dieser Kriegsschauplatz immer mehr an Bedeutung verlor. Nur während der Belagerung von Bihac durch die Kaiserlichen entsagte der Proveditore Mocenigo der Passivität und unternahm eine Diversion gegen den Pascha von Bosnien, der für den Entsatz von Bihac Truppen sammelte. Mocenigo brachte den Türken un­weit des Flusses Unac einige Verluste bei und erschien am 24. Juni mit 5000 Mann bei Kulen-Vacuf (bei Ostrovica), wo er das feste Schloss demoliren Hess, dann aber wieder den Rückzug antrat.

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