Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1697. 169 Szent-Tamás. Zenta. ständig vereinigte Armee am folgenden Tage wieder gegen diesen bedrohten Platz aufbreclien liess. Während des Marsches bestanden die kaiserlichen Truppen unweit des heutigen Szent-Tamás am 3. September ein erfolgreiches Gefecht mit der türkischen Reiterei­in einem kühnen Flankenmarsche führte der Oberbefehlshaber seine Armee an dem Lager der Türken vorüber und erreichte, häufig umschwärmt von den feindlichen Reitern, am 6. September Abends die Sümpfe, welche damals die Festung Peterwardein um­gaben. Der Plan des Sultans war durch das Anrücken der Kaiser­lichen vereitelt worden und die türkische Armee brach schon am 7. September in der Absicht gegen Norden auf, Szegedin zu nehmen, dann die Theiss zu passiren und den Kriegsschauplatz nach Siebenbürgen zu verlegen. Der Prinz von Savoyen folgte dem Feinde in Eilmärschen nach und erfuhr, als er am 10. September wieder in O-Becse eintraf, dass der Sultan bei Zenta lagere und durch seine Reiterei das Land auf beträchtliche Entfernungen hin verwüsten lasse. Am 11. September brach die kaiserliche Armee schon vor Tagesanbruch auf und um 9 Uhr stiessen ihre Sicherungs- Truppen auf feindliche Reiterabtheilungen, deren Anführer Dschafer Pascha gefangen eingebracht wurde. Mit sofortigem Tode bedroht, gestand dieser in dem mit ihm aufgenommenen Verhöre, dass der Sultan von dem Projecte, Sze­gedin einzunehmen, abgekommen sei, bei Zenta die Theiss über- briickt und — während der grössere Theil seiner Armee noch auf dem rechten Ufer in einem stark befestigten Lager stehe, — sich mit der Cavallerie und dem Train nach dem linken Ufer begeben habe, um unverweilt nach Siebenbürgen Vordringen zu können. Um 3 Uhr Nachmittags trafen die Kaiserlichen vor dem türkischen Lager ein, welches einen grossen Halbkreis bildete und da dessen offene Seite der Theiss zugewendet war, zugleich als starker Brückenkopf angesehen werden konnte. Der Prinz, welcher bisher in 12 Colonnen hatte marschiren lassen, ordnete den Auf­marsch der Armee in einen, dem feindlichen Lager entsprechenden Halbkreis an. Den rechten Flügel, der sich an die Theiss lehnte, führte Heister, das Centrum, bei welchem sich der Oberbefehls­haber aufhielt, der Prinz von Commercy und den verstärkten linken Flügel General Graf Guido Starhemberg. Thököly rieth dem Sultan, die Schiffbrücke abbrechen zu lassen, damit die Truppen

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