Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug* 1696. 163 Titel. Tage derselben bis auf 450 Schritte genähert. Das Feuer gegen die Palanka wurde am 14. aus drei Stücken begonnen und am 15. aus weiteren 15 Geschützen und zwei Mörsern fortgesetzt. Am 17. meldete Starhemberg, dass der Feind die kaiserliche Czaikenflotte bei Titel angegriffen und zwei Fahrzeuge derselben vernichtet, selbst aber dabei grosse Verluste erlitten habe. Da der Kurfürst einen Angriff der Türken auf Titel erwartete und über den Anmarsch des Sultans gegen Temesvár kein Zweifel mehr bestand, wurde die Belagerung am 18. August abgebrochen, die Artillerie in Sicherheit gebracht und sodann der Vormarsch in der Richtung gegen Párdány angetreten. Gleichzeitig erhielt Starhemberg, welcher seit der Rückkehr Heissler’s zur Armee, bei Titel commandirte, den Befehl, sich mit seinem Corps der Haupt-Armee entsprechend zu nähern. Schon am 21. August stiessen die im Marsche begriffenen Kaiserlichen auf die türkische Reiterei, gegen welche der Obrist Paul Deák sofort zum Angriffe vorging, während sich das Gros in Schlachtordnung setzte. Deák attaquirte mit solchem Erfolge, dass mehrere Gefangene in seine Hände fielen und die Spahis, ungeachtet ihrer numerischen Ueberlegenheit, sich nicht heranwagten. Auch an den folgenden Tagen kam es zu Gefechten und am 26. August endlich zu einer Schlacht in der Nähe des Flusses Bega. Die türkische Armee hatte so manövrirt, dass sie sich zwischen der Festung Temesvár und den Kaiserlichen befand, und begann die Schlacht, indem 12.000 Spahis sich auf die den rechten Flügel bildenden Sachsen warfen und diese in Unordnung brachten Die kaiserliche Reiterei trieb den Feind zwar bis in sein Lager zurück und drang selbst in dieses ein, begann aber zu plündern und konnte deshalb von den Spahis, die sich mittlerweile gesammelt hatten, wieder hinausgeworfen werden. Durch das Retiriren der Cavallerie gerieth das Fussvolk in Verwirrung, welcher der mit einigen Bataillonen herbeieilende Herzog von Vaudemont rechtzeitig Einhalt that, während gleichzeitig Heissler die Spahis in die Flucht schlug, dabei aber tödtlich verwundet wurde. Nach dem Falle dieses vortrefflichen Generals attaquirten die Türken abermals, wurden aber von General Polland, der tapfer kämpfend fiel, aufgehalten. Der linke Flügel der Kaiserlichen, welcher bisher am Kampfe fast gar keinen Antheil genommen hatte, griff jetzt nachdrücklich in das Gefecht ein, um den Rückzug des stark mitgenommenen rechten 12*