Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

164 Der zweite Krieg Kaiser Leopold I. gegen die Türken 1683 — 1699. Mitrovic. Todorovo. zu decken. Trotzdem erfolgte dieser Rückzug in solcher Unordnung und Uebereilung, dass über zwanzig Geschütze auf dem Schlacht­felde stehen gelassen werden mussten. Glücklicherweise hatten auch die Türken empfindliche Verluste erlitten, so dass sie, sich für besiegt haltend, nach ihrem Lager zurückgingen und in der folgenden Nacht den Marsch in der Richtung auf Pancsova antraten. Der Verlust der Kaiserlichen in der unentschiedenen und zwecklosen Schlacht an der Bega bezifferte sich auf zwei Generale und mehr als 3300 Mann. Der Sultan begnügte sich damit, Temesvár reichlich mit Proviant zu versehen und kehrte hierauf nach Constantinopel zurück. Auch auf Seite der Kaiserlichen fiel nichts Wesentliches mehr vor. Der Kurfürst sandte dem General Bussy-Rabutin einige Regimenter zur Verstärkung, brach mit der übrigen Armee gegen dieTheiss auf und setzte nach der Ueber sehr ei tung dieses Flusses am 17. September den Marsch gegen Peterwardein fort. Bevor die Truppen diesen Platz noch erreicht hatten, trat der Kurfürst, nachdem er dem Feldmarschall Caprara das Commando übergeben, die Reise nach Wien an. Um das von einem türkischen Corps belagerte Mitrovic zu entsetzen, liess Caprara bei Ilok eine Brücke über die Donau schlagen und einen Theil der Armee gegen den Strom und gegen Mitrovic vorrücken. Noch während des Marsches lief indessen die Nachricht ein, dasss der Feind Mitrovic nach einer heftigen Beschiessung eingenommen und zerstört habe. In Folge dessen marschirte die Armee von Peterwardein längs der Donau nach Dúlja, wo sie im October längere Zeit rastete, und rückte dann über Ofen in ihre Winterquartiere. Im Monate August entsendete der Banus Batthyányi den Grafen Simon Forgách mit ungarischen und den Grafen Peter Keglevich mit croatischen National-Truppen nach dem türkischen Grenzgebiete, um dieses bis gegen Banjaluka hin zu verheeren und Getreidevorräthe zu erbeuten. Die Kaiserlichen nahmen und plün­derten mehrere kleine Orte in der Gegend von Todorovo und befreiten eine grosse Anzahl Grenzbewohner und Soldaten. Anfang August rüstete der Proveditore Delfino ein Corps von 12.000 Mann zur Belagerung vonDulcigno aus. Mit diesem eroberte er nach einem kurzen Kampfe die Stadt, während sich das von

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