Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Uj-Palanka. Golubac. Titel. bringen. Sein Vorhaben blieb den Türken vollständig unbekannt und versprach das beste Resultat, als ein plötzlich eintretendes Thauwetter die Wege derart ruinirte, dass die bereits aus den Winterquartieren aufgebrochenen, im Marsche gegen Gyula be­griffenen Truppen wieder umkehren mussten. Petróczi, der bisher treu zu der Partei Thökölys gehalten, zerfiel mit diesem und ging zu den Kaiserlichen über, nachdem er vorher einen türkischen Convoi nebst 300 Mann der Escorte bei Uj-Palanka (unweit Weisskirchen) vernichtet und die feindlichen Befestigungen bei Golubac zerstört hatte. Im Monate März brach.ein Corps Tataren durch die mangel­haft besetzten Grenzpässe in die Csik ein, plünderte in derselben und zerstörte eine bedeutende Zahl von Ortschaften. Als General Veterani Truppen absandte, um den eingedrungenen Mordbrennern den Rückzug zu verlegen, verhessen diese in solcher Eile das Land, dass sie den grössten Tlieil der gewonnenen Beute zurück­lassen mussten. Ali, der Pascha von Tripolis, welcher an der Stelle Biieklüs zum Grosswesir erhoben worden war, rüstete ein Corps von 3000 Mann aus seinen eigenen Mitteln aus und liess damit die Besatzungen an der Grenze verstärken. Im Monate Mai erschienen 5000 Türken mit 40 Czaiken vor Titel und belagerten diesen Platz, wurden aber, nachdem sie em­pfindliche Verluste erlitten hatten, zum Abzüge gezwungen. Sie gingen gegen Slankamen zurück, wo sie Verstärkungen an sich zogen und von wo aus sie mit 8000 Mann bald neuerdings gegen Titel auf brachen. Da aber mittlerweile auch die Besatzung dieses Platzes Succurs erhalten hatte, büsste der Feind wieder 350 Mann und einige Czaiken ein und musste zum zweitenmal unverrichteter Sache abziehen. Zwei Monate später, im Juli, liess GFWM. Polland, der die Blokade von Gyula befehligte, einen unvorsichtig marschiren- den türkischen Convoi umzingeln und wegnehmen. Um eben diese Zeit begann sich die kaiserliche Haupt-Armee, iiher welche bis zum Eintreffen des neu ernannten Oberbefehlshabers FM. Caprara General Heissler das Commando führte, bei Futak und an der unteren Theiss zu concentriren. Etwas später langte der Grosswesir in Belgrad an und wer­tete hier das Eintreffen der Tataren ab, mit welchen vereint er

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