Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1694. 153 liehen besetzte Babinagreda ausgesendet. Die kleine GarnisonBabinagreda. dieses Platzes leistete aber so zähen Widerstand, dass Kyba, der Commandant von Brod, Zeit fand, 500 Mann zu sammeln und mit diesen zum Entsätze herbeizueilen. Er griff die Türken so überraschend und nachdrücklich an, dass 1500 Gefangene und 10 Fahnen in die Hände der Kaiserlichen fielen und ein grosser Theil des fliehenden Feindes in der Save den Tod fand. Kyba drang hierauf seinerseits in Bosnien ein und eroberte Gracanica, Gracanica. dessen Besatzung er grösstentheils niederhieb. Im Monate September unternahm Graf Batthyányi, der Banus von Croatien, einen Zug von Kostainica aus gegen Bronzeni- majdan in Bosnien, vor welchem Platze er am 19. September an. langte. Am folgenden Tage begann er die Beschiessung und als die Aufforderung zur Uebergabe erfolglos blieb, liess er ziAn Sturme anlaufen. Nach einem zweistündigen, hartnäckigen Gefechte bemächtigten sich die Croaten des Platzes, dessen Garnison, mit Ausnahme weniger Soldaten, über die Klinge sprang. In Dalmatien waren die Kriegsbegebenheiten noch bedeutungsloser als im Vorjahre. Im Monate März sandte der Proveditore Delfino 500 Mann auf türkisches Gebiet, das Detachement begnügte sich aber damit einige Viebheerden wegzutreiben. Im Sommer plünderten 6000 Morlaken abermals in der Gegend von Dl.-Vakuf und brachten in derselben ansehnliche Beute auf, erlitten aber auf dem Riickznge durch die verfolgenden Türken wieder erhebliche Verluste. Als die Türken sich des Platzes Vrgorac durch einen Handstreich bemächtigen wollten, erfuhr Delfino von ihrem Vorhaben und legte in der Nähe des genannten Ortes seine Truppen in einen Hinterhalt. Der Feind wurde umzingelt, mit der grössten Heftigkeit angegriffen und verlor an Todten und Verwundeten 300, an Gefangenen über 100 Mann. Feldzug 1694. Quellen: Klein-Fessler, Geschichte von Ungarn. — Schels, Kriegsgeschichte der Oesterreicher. — Theatrum europaeum. — Onno Klopp, Das Jahr 1683 und der folgende grosse Türkenkrieg. — Hammer-Purgstall, Geschichte des osmanischen Reiches. — Acten des k. k. Kriegs-Archivs. Im Monate Januar begab sich der General Hcissler von Wien nach Ungarn, um die Citadelle von Gyula in seinen Besitz zu