Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Gyula. erforderlichen Gerätschaften herbeigeschafft werden konnten, war es 10 Uhr Nachts und vollständig dunkel geworden. Die Sturm- colonnen bemächtigten sich zwar der Contreescarpe, geriethen aber, als sie sich dort etabliren wollten, durch die von der Besatzung unter sie geworfenen Granaten, Pulversäcke und Steine in Unordnung und mussten, da sie ohne Unterstützung gelassen wurden und nachdem sie 1200 Mann an Todten und Verwundeten verloren hatten, retiriren. General Seybelsdorff war mit vielen anderen Officieren und zwar zumeist Brandenburgern, die mit besonders hervorragender Bravour gefochten hatten, gefallen. Croy wollte, ungeachtet der vollständigen Resultatlosigkeit seiner ersten Attaque und der schweren Opfer, welche sie gekostet hatte, den Sturm am 8. September wiederholen, gab aber, da der Grosswesir ihm bereits im Nacken stand, dieses Vorhaben auf und Hess, als am 9. die Spitzen der feindlichen Vorhut sichtbar wurden, die Belagerung am 10. September abbrechen. Vielfach belästigt von den nachsetzenden Türken und Tataren, die in mehreren heftigen Nachhutgefechten abgewiesen werden mussten, brachten die Kaiserlichen ihr Belagerungsgeschütz über die Save in Sicherheit. Am 22. ging Croy mit der ganzen Armee bei Peterwardein über die Donau und schlug unweit Futak sein Lager auf. Hier erfuhr er, dass ein Tatarenhaufe bei Sabac über die Save gegangen sei und ein feindliches Corps von 4000 Mann, um Temesvár und das Castell von Gyula zu verproviantiren und die Gegend an der Theiss zu verheeren, unterhalb Belgrad die Donau passirt habe. Die letztere Nachricht bewog den Feldmarschall, den GFWM. Graf Hofkirchen mit einem entsprechend starken Corps gegen Szegedin zu detachiren. Hofkirchen ereilte das türkische Corps in der Nähe von Gyula, rieb es grösstentheils auf und nahm ihm am 7. October den ganzen Train ab. Dagegen gelangte ein zweites, später über die Donau gegangenes feindliches Streifcorps bis in die Nähe von Debreczin, in dessen Umgebung es 16 Dörfer einäscherte und sodann wieder über die Maros und Donau nach Belgrad zurückging. Mit dieser im Ganzen bedeutungslosen Unternehmung der Türken erreichte der Feldzug der Haupt- Armeen für dieses Jahr seinen Abschluss. Noch vor dem Beginne der Hauptoperationen hatte der Pascha von Bosnien ein Corps von 6000 Mann gegen das von den Kaiser-