Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Hauptmann Kulnigg: Die Römer im Gebiete der heutigen österreichisch-ungarischen Monarchie. Erläuterungen zu einer Uebersichtskarte

264 K u 1 n i g g. In der Mitte der Verbindungslinie Taurunnm — Acimincum lag Rittium (Alt-Banovce). Von all’ diesen Plätzen sind keine Spuren zurückgeblieben und sie lassen sich nur aus den Itinerarien und Beschreibungen feststellen. Zwischen Sirmium und Mursa war endlich noch eine directe Verbindung mit den Zwischen-Castellen Budalia (Martince), Spaneta (Kokojevce), Ulmus (Tovarnik) und Celena (Orolik), dann dem Hauptknotenpuncte Cibalis (Vinkovce) vorhanden. Durch die besprochenen Befestigungen war Sirmium gegen Osten und Norden gesichert. Auf der südlichen Seite von Sirmium erschien durch die Save und die daran sich schliessenden Sümpfe, sowie die Ausläufer des Balkan-Gebirges ausreichende Deckung des Platzes geboten, auch war von dieser Seite her für die Römer überhaupt wenig zu besorgen. Für den wichtigen Punct Cibalis hatte im Norden die Natur für ein grosses Annäherungshinderniss gesorgt durch weitausge­dehnte Sümpfe, welche zu jener Zeit wohl noch grösser gewesen sein mochten Folgt man der Beschreibung Marsigli’s, so findet man zunächst eine grosse viereckige Verschanzung von 600 Schritten Länge und Breite; mithin einen Flächenraum von über 200.000 Quadratmeter umfassend. Etwa 700 Schritte davon entfernt fand sich eine zweite Verschanzung. Als eine Art Vorwerk kann Celena (Orolik) ange­sehen werden, welches an der Verbindungslinie mit Sirmium lag. Mit Mursa hingegen stand Cibalis durch Ad labores pontis Ulcae, einem befestigten Défilé zwischen ausgedehnten Sümpfen, in Ver­bindung. Auch soll auf einem künstlichen Hügel bei Mikanovce ein Wartthurm gestanden haben, von welchem indessen keine Spur mehr vorhanden ist, nur Marsigli erwähnt noch der Reste einer Umwallung, die er an dieser Stelle gefunden. Auf der Donau unterhielt die Flotte thätigst die Verbindung zwischen Sirmium und den Strom-Castellen. Trajan is eher Wall. Diese grossartige »Landwehr« beginnt bei Ad novas (Laskafeld) und zieht sich, noch zu zwei Drittheilen erhalten, in südöstlicher Richtung gegen die Theiss in einer Aus­dehnung von über 80 Kilometer bis zur sogenannten »grossen 24

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