Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Hauptmann Kulnigg: Die Römer im Gebiete der heutigen österreichisch-ungarischen Monarchie. Erläuterungen zu einer Uebersichtskarte

Die Körner im Gebiete der heutigen österr.-Ungar. Monarchie. 265 Römer-Schanze«, über deren Beschaffenheit übrigens Unklarheit besteht. Es ist anzunehmen, dass Wartthürme und kleine Castelle vorhanden gewesen, obgleich von denselben keine Spur mehr zu sehen ist. Die Donau-Schanze (kleine Römer-Schanze) wurde unter Kaiser Trajan (98—117 n. Ch.), die Theiss-Schanze unter Kaiser Hadrian (117—137 n. Chr.) errichtet. Strasse und befestigte Orte an der Save-Linie. Unter den zahlreichen Thaleinschnitten, welche das die Drau vom Save- Thal trennende Gebirge in sich schliesst, sind zwei Thäler zu be­merken, von welchen das eine von der Czesma, das andere von der Orljava durchflossen wird. In letzterem bildete Incero (Pozega) als Bergfestung die Sicherung des Knotenpunctes der Strassen von Mursa und Cibalis und jene nach Siscia (Sisek) und zur Save, zu welcher von Incero auch ein zweiter Weg nach Marsonia (Brod) führte. Ausser diesen Verbindungen gab es bald am rechten, bald am linken Ufer Wege nach Cibalis und Sirmium, welche aus den Itinerarien und der Tabula Peutingeriana ersichtlich sind. Sie waren angelegt worden, um die am rechten Save-Ufer aus den bosnisch- hercegovinischen Bergen mündenden Flussthäler zu leichterer Ver­bindung mit der adriatischen Küste auszunützen. Soweit aufgefundene Spuren darüber Nachricht geben, waren auch die Thäler des Vrbas und der Ukrina durch Befestigungen ge­sichert. An ersterer stand Urbate (bei Bos. Svinjar) und Servittium (Alt-Gradiska). Ohne Zweifel stand auch ein befestigter Punct tiefer im Thale, im Itinerare Ad ladios (24 römische Meilen von Servittium) angegeben — es würde dem heutigen Glamocani entsprechen — und hätte somit den Zweck gehabt, die Thalenge von Banjaluka zu schützen. In der Nähe der Ukrina-Mündung lag Marsonia (Brod), die Save-Strasse mit jener nach Cibalis und Incero verknüpfend. An der Stelle, wo sich die Strasse von Mursa (Esseg) mit der Save-Strasse vereint, bei der Mündung der Kulpa, hatten die Römer die Festung Siscia (Sisek) erbaut, welche schon unter Tiberius (14—37 n. Chr.) zu einem festen Platze ersten Ranges erhoben worden.

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