Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Die ltákóczi’schen Unruhen. 219 Lerg den Gr. d. C. Pálffy nach Altenburg, übertrug, an Stelle Eber- gényis, das Commando in der Oedenburger Gegend dem GFWM. Grafen Nádasdy und er selbst eilte über Kittsee nach Pressburg. Kaum war der Feldmarschall in nördlicher Richtung abgezogen, so erschienen die Kuruczen wieder auf dem linken Ufer der Raab und begannen neuerdings mit der Plünderung der Grenzbezirke. Bottyán liess Kapuvár und Sárvár blokiren und fasste hierauf den Entschluss, Nádasdy in Oedenburg anzugreifen. Zu diesem Zwecke vereinigte er sich mit Bezerédy bei Füles, südlich von Deutsch-Kreutz, und beide traten am 2. October mit ungefähr 5000 Mann den Vormarsch gegen Oedenburg an. Nádasdy schlug die Vorhut der Insurgenten bei Oedenburg zurück und führte seine Dragoner zum Angriffe gegen Deutsch-Kreutz vor. Hier kam es zu einem grösseren Zusammenstosse, in welchem beide Theile sich den Sieg zuschrieben. Thatsächlich ging Nádasdy gegen Oedenburg zurück, während seine Gegner theils nach Güns, theils nach Uraj-Ujfalu retirirten. Die Offensive wurde von den Kuruczen- führern erst im Monate November wieder aufgenommen. In der Nacht vom 14. auf den 15. nahm und zerstörte Bezerédy Mattersdorf und legte viele benachbarte, dem Palatin Esterházy gehörige Dörfer in Asche. Die Aufständischen gingen hierauf über die Leitha und brachen in der Gegend von Wiener-Neustadt in Nieder-Oester- reich ein. Da G. d. C. Graf Pálffy indessen von Sárvár eilig gegen Oedenburg marschirte, traten sie mit ihrem Raube den Rückzug gegen Güns an und Bottyán nahm seine Winterquartiere in und um Pápa. Die Waffenruhe, welche nun in diesen Gegenden eintrat, wurde nur durch den Ueberfall unterbrochen, welchen Balogh am 19. September mit 1000 Mann auf die schwache kaiserliche Besatzung in Zaining bei Wieselburg unternahm. Die Kaiserlichen verloren zwar ihr Gepäck und ihre Pferde, vermochten sich aber in dem ummauerten Ortsfriedhofe zu behaupten. Bedeutend früher schon hatten die Feindseligkeiten in Ober- Ungarn ihr Ende erreicht. Starhemberg hatte den Insurgenten hier in kurzer Zeit alle erlangten Vortheile wieder entrissen und den Aufstand bis hinter die Waag zurückgedrängt. DeutschKreutz. Mattersdorf. Zaining.