Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

220 Feldzug 1708. Rattersdorf. Siegersdorf. Körmend. Lembach. Kapuvár. Beckó. Feldzug 1708. Quellen: Wie bereits angegeben. Wieder waren es die Insurgenten, welche schon im Anfänge des Jahres die Feindseligkeiten eröffneten. Am 8. Januar gelang es ihnen, ein von Oedenhurg abgesendetes Streifcorps zwischen Rattersdorf imd Siegersdorf, unweit Güns, in einen Hinterhalt zu locken und dessen Commandanten, Hauptmann Gross, mit 140 Mann gefangen zu nehmen. Im nächsten Monate fiel am 11. Februar das schwach befestigte und mangelhaft verproviantirte Könnend in die Hände Bezerédy’s, welcher nach einem erfolg­losen Angriffe auf das Schloss Lembach bei Kirchschlag in der Gegend von Mattersdorf erschien. Der Anmarsch des FML. Nádasdy von Oedenhurg her nöthigte die Insurgenten zwar zu flucht­ähnlichem Rückzuge, vermochte aber ihre Offensive auf anderen Ge­bieten nicht zu brechen. Bezerédy hess Kapuvár aus schweren Geschützen beschiessen und gleichzeitig einen Theil seiner Scharen sengend und brennend bis vor Wien und in den Wienerwald Vor­dringen. Nach der Einnahme von Kapuvár bezog er in der Gegend von Lébény und Wieselburg Erholungsquartiere. Kleine, verlust­reiche Zusammenstösse fanden jedoch noch immer statt, durch welche besonders das Kürassier-Regiment Hannover empfindlich zu leiden hatte. An der mittleren und unteren Waag standen sich die Kaiser­lichen und Insurgenten noch ebenso wie gegen den Schluss des Vorjahres gegenüber. Nach einer kurzen Waffenruhe erschien Ladislaus Ocskay mit 2000 Mann am 16. Januar vor dem Städt­chen Beckó und zwang die kleine Besatzung zum Rückzuge in das Schloss. Die Insurgenten begannen dasselbe eben zu beschiessen, als sie von GFWM. Viard, der gerade einen Provianttransport aus Mähren nach Illava gebracht hatte, angegriffen und in die Flucht getrieben wurden, wobei sie ungefähr 300 Mann an Todten und Verwundeten verloren. Als im Febi’uar FML. Max Starhemberg einer auf Streifung gesendeten Kuruczenpartei in die Hände fiel, übernahm GFWM. Stainville den Befehl an der Waag, GFWM. Viard jenen an der March. Anfangs März entwickelten die Insurgenten auch im Norden der Donau grosse Rührigkeit. Ocskay drang in Mähren ein und

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