Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1706. 207 des FML. Max Starhemberg gegen Güns zurück, wo GFWM. Freiherr von Ebergényi die in Trümmer liegenden Befestigungen eben herzustellen bemüht war. Als die Vorhut Andrássy’s am 18. December bei Kéthely erschien, musste Ebergényi diese Arbeiten einstellen und sich zum Rückzuge nach Oedenburg entschliessen. Um diesen Rückzug ausführen und alle Vorräthe und Geschütze von Güns mitnehmen zu können, wollte der General zunächst die feindlichen Vortruppen unter Berthoty zurückwerfen. Er überfiel mit der Garnison von Güns die Kuruczen Berthoty’s in der Nacht zum 19. December, sprengte sie auseinander und konnte seinen Rückzug nun unbehindert bewirken. Die Truppen Rabutin’s waren während der Waffenruhe in der Gegend von Klausenburg in Cantonnirungen verblieben. Am 25. Juli, dem ersten Tage nach Ablauf derselben, brach das ungefähr 12.000 Mann und neun Geschütze zählende siebenbürgische Corps über Bánffy-Hunyad nach Grosswardein auf, dessen Blokade Károlyi sofort aufhob. Rabutin konnte diesen Platz ohne Widerstand mit Lebensmitteln für 14 Monate versehen. Am 14. August wurde der Marsch fortgesetzt, jedoch nicht direct gegen Szolnok, sondern, um dem mit Verstärkungen anrückenden FZM. Nehem die Hand zu bieten, gegen Szentes, wo sich Rabutin auch mit diesem vereinigte. Károlyi, der seine Schaaren mittlerweile zwischen Csongrád und Szolnok gesammelt hatte, zwang die Landesbewohner, mit ihren Vorräthen und Heerden zu flüchten, und liess Szolnok einäschern, so dass Rabutin, als dieser am 30. August seinen Marsch von Csongrád gegen Norden antrat, nur mehr an zerstörten oder wenigstens verlassenen Dörfern vorüberzog. Anfangs September traf Rabutin in Szolnok ein, welches er neuerdings befestigen, ver- proviantiren und von 500 Mann besetzen liess. Obwohl er den Befehl erhalten hatte, die Vereinigung mit Starhemberg an der Donau zu suchen, rückte das siebenbürgische Corps nicht in der angewiesenen Richtung weiter, sondern längs der Zagyva gegen Jász-Berény vor. Károlyi, welcher mit 12.000 Kuruczen in dieser Gegend stand, wich jedem Gefechte aus und Rabutin, der ihm auf dem Fusse folgte, gelangte über Mezö-Kövesd Ende September bis vor Kaschau. Da Károlyi fortfuhr, alle Ortschaften und Vor­räthe zu zerstören, that Rabutin ein Gleiches und liess Miskolcz in Brand stecken. Hierauf begann der Feldmarschall die Belagerung Güns.

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