Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1691. 135 Siebenbürgen decken und der Rest zum Theile unter General Nigrelli Ober-Ungarn sichern, zum Theile zu Besatzungen in den festen Plätzen an der Save verwendet werden. Zum Sammelplätze für die Hauptarmee wurde Ofen bestimmt und dem Markgrafen von Baden die Vollmacht ertheilt, von dort gegen die Drau zu operiren, diese zu überschreiten und — wenn es mit der Aussicht auf Erfolg geschehen könnte — Belgrad anzugreifen. Markgraf Ludwig aber erkrankte nicht unbedenklich und so erhielt anfänglich der FZM. Graf Souches das Commando, das aber, bevor die Armee noch die Drau erreicht hatte, der Markgraf wieder übernehmen konnte. Er musterte am 14. Juli bei Szegszárd die vom Generallieutenant von Barfus befehligten Brandenburger und bei Mohács die Kaiserlichen und begab sich sodann zu der bei Esseg stehenden Vorhut unter dem GE WM. Guido Starhemberg. In Esseg erfuhr er, dass der Feind bei Belgrad bereits 30.000 Mann zu- sammengezogen und zwei Brücken über die Save geschlagen habe, und dass der Grosswesir zwischen Sémiin und der Zigeuner-Insel ein verschanztes Lager anlegen lasse. Diese Nachrichten bewogen den Markgrafen, seine Truppen zu concentriren und am 20. Juli den Weitermarsch gegen Peterwardein anzutreten. Unterwegs wurde ihm der Tod Suleimans III. und die Thronbesteigung Achmeds II. gemeldet. In Peterwardein, wo die Armee vom 29. Juli bis 3. August verblieb, traf die Nachricht ein, dass Titel vom Feinde eingenommen worden sei. Die ans 120 Deutschen und Ungarn und 300 Serben bestehende Garnison dieses Platzes hatte, von vielfacher Uebermacht bedrängt, gegen freien Abzug capitulirt. Als die Türken aber den freien Abzug nur für die Deutschen und Ungarn, nicht aber für die Serben gelten lassen wollten, schoss, erbittert über diesen Wortbruch, der Commandant Hauptmann Tost den türkischen Befehlshaber im Wortwechsel nieder. Die Folge war, dass die ganze Besatzung zusammengehauen wurde. Während die Armee noch bei Peterwardein lagerte, fuhr die türkische Donau-Flottille unter Mezzomorto stromaufwärts und trieb die kaiserlichen Czaiken bis unter die Kanonen der .Festung zurück. Am 4. August brachen die Truppen, die in Folge der grossen Hitze und des, besonders den Recruten und Auxiliartruppen verTitel.