Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Pozega. Niksic. Den Kaiserlichen gelangen noch mehrere andere Plünderungszüge, welche sich zum Theile bis tief nach Bosnien erstreckten. Dagegen geschah es allerdings auch, dass 500 Haydnokén, welche der Graf Draskovich, der Befehlshaber von Pozega, zu einer gleichen Unter­nehmung abgesendet hatte, bis auf 30 niedergemacht wurden. Als die Türken in immer grösseren Massen im Grenzgebiete erschienen, räumten die Kaiserlichen im December auch noch Pozega, welchen halb verbrannten Platz die Türken sogleich mit 200 Mann besetzten. Ebenso wie in Croatien waren auch in Dalmatien die ge­wohnten Beutezüge an die Stelle der grösseren Unternehmungen getreten. Einige Bedeutung besass nur ein Streifzug, den der Pascha der Hercegowina in das Gebiet von Niksié unternahm. Derselbe endete jedoch für die Türken verderblich und führte am 30. April den Pascha in die Gefangenschaft der Venetianer. Feldzug 1691. Quellen: Klein-Fessler, Geschichte von Ungarn. — Schels, Kriegsgeschichte der Oesterreicher. — Theatrum europaeum. — Köder von Diersburg, Des Mark­grafen Ludwig von Baden Feldzüge wider die Türken. — Onno Klopp, Das Jahr 1683 und der folgende grosse Türkenkrieg. — Hammer-Purgstall, Geschichte des osmanischen Reiches. — Acten des k. k. Kriegs-Archivs. — Mittheilungen des k. k. Kriegs-Archivs, II. Jahrgang 1877. Mustafa Köprili rüstete während des Winters mit grossem Eifer. Das Gerücht verbreitete sich, dass er mit wenigstens 120.000 Mann, ohne nur die ungarischen Malcontenten und die Tataren zu rechnen, im Felde erscheinen werde. Die Unglücksfalle des abgelaufenen Jahres hatte man ausschliesslich der Unzulänglich­keit der kaiserlichen Streitkräfte zuzuschreiben gehabt und der Hof­kriegsrath fasste daher den Entschluss, diesmal endlich den Stand der Truppen in Ungarn entsprechend zu erhöhen. Mehrere kaiser­liche Regimenter wurden vom Rheine abberufen und nach Ungarn gesendet und ausserdem Verträge mit Brandenburg wegen der Bei­stellung von 6000, mit Bayern wegen der Beistellung von 2000 Mann Auxiliartruppen abgeschlossen. Auf diese Weise sollte die Armee in Ungarn auf eine Stärke von 85.000 Mann gebracht werden. Hievon sollten 55.000 Mann unter Markgraf Ludwig von Baden die Haupt­armen bilden, 12.000 Mann unter dem G. d. C. Grafen Veterani

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