Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1689. 119 Zvornik. Dubica. Zvornik. Szigetvár. eng blockirt wurden und Hussein, Pascha von Bosnien, ungeachtet der ungünstigen Jahreszeit, einen lebhaften Parteigängerkrieg in- scenirte. FML. Piccolomini, der die kaiserlichen Streitkräfte im nördlichen Bosnien befehligte, hielt alle wichtigeren Orte mit seinen Truppen besetzt und liess zahlreiche Repressalienzüge auf türkisches Gebiet unternehmen. Er konnte aber mit aller Umsicht nicht verhindern, dass die Türken am 18. Januar vor Zvornik erschienen und einen Theil des Platzes in Asche legten, allerdings ohne das tapfer vertheidigte Schloss zu bezwingen. Um den Unternehmungen Husseins wirksamer als bisher zu begegnen, entsandte Piccolomini nun stärkere Streif-Corps gegen Kosarac und gegen Banjaluka, welches auch vorübergehend in den Besitz der Kaiserlichen kam. Die feindselige Bevölkerung brannte aber selbst einen Theil der Stadt und die Brücke über den Verbas nieder. Um Vergeltung zu üben, griffen die Türken wiederholt Dubica im März an, ohne jedoch den wohlvertheidigten Platz erobern zu können. Ebenso erfolglos endete ein Versuch der Türken am 2. März auf das Schloss von Zvornik, vor welchem sie 500 Mann cinbüssten. Piccolomini warf die Türken endlich all- mählig in das Innere Bosniens zurück. Während dieser Kämpfe in Bosnien hielt GFWM. Vecchi mit einem kaiserlichen Corps Szigetvár blockirt und zwang endlich die türkische Besatzung am 3. Februar zur Uebergabe des Platzes und zum Abzüge. Die zur Hauptarmee bestimmten Truppen sollten sich nach dein Willen des Kaisers bis längstens Anfang Juni in und bei Belgrad concentriren. Die Versammlungsmärsche gingen aber sehr langsam von statten und als Markgraf Ludwig von Baden das Ober-Commando übernahm und am 9. Juni in Belgrad eintraf fand er dort, ausser der Besatzung, erst zwei Reiter-Regimenter vor. Geldmangel und eingetretenes Hochwasser verzögerten die Truppen-Concentrirung in Belgrad bis gegen Mitte Juli. Markgraf Ludwig hatte Befehl, die Armee an die serbische Morava zu führen, das südliche Serbien zu besetzen und den Feind auf beiden Donau-Ufern in Schach zu halten. Für diesen Zweck standen nur unzureichende Mittel zu Gebote. Die Hauptarmee zählte kaum 24.000 Mann und mit 6000 Mann sollte FML. Heissler