Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1686. 99 Cazin. Stjena (Bela- stjena). Kostajnica. F ünf kirchen. Simontornya. Fünfkirchen. wurde befohlen, das Gros des kaiserlichen Corps habe sich bei Mura-Szerdahély zu sammeln, während die Regimenter Leslie und Herbeville eine vorgeschobene Stellung zwischen Legrád und Dernje beziehen sollten. Als der Banus Graf Nikolaus Erdödy mit den Nationaltruppen die Operationen beginnen wollte, wurde ihm vom Hofkriegsrathe bedeutet, es seien hiefür günstigere Verhältnisse abzuwarten. Daher kam es, dass während des Sommers das kaiser­liche Corps an der Drau fast ganz unthätig blieb. Die bedeutendste Unternehmung während dieser Zeit bestand in einem erfolgreichen Streifzuge des Obristen Voinovié gegen Cazin und Stjena (Belastjena) an der oberen Una. Nach dem am 16. Juli erfolgten Tode des Generals Schulz wurde FML. Scherffenberg zum Commandanten des Corps an der Drau ernannt. Als das türkische Heer von Esseg zum Entsätze von Ofen abgezogen war, erschien der Banus Erdödy am 21. August vor Kostajnica, schlug eine vor dem Platze aufgestellte türkische Abtheilung in die Flucht und drang mit ihr zugleich in die Stadt ein, die er bis auf den Grund niederbrannte. Dagegen misslang aber sein Angriff auf das feste, nur mit schwerem Geschütze be­zwingbare Schloss. Gleichzeitig streifte der Obristlieutenant Macari gegen Fünfkirchen, legte dessen Vorstadt in Asche und kehrte mit 100 befreiten Gefangenen zurück. Erst als Lothringen den Markgrafen von Baden mit einem ansehnlichen Corps nach der Drau detachirt hatte, erlangten die Operationen im Süden grössere Bedeutung. Der Markgraf, welcher den kürzesten Weg nach Bares durch die türkischen Plätze Fünf­kirchen und Szigetvár verlegt fand, führte seine Truppen gegen Simontornya zurück, eroberte diesen Platz am 23. September und marschirte sodann über Pinczehely und Kaposvár an die Drau, die er am 9. October erreichte. Scherffenberg musste, da Hochwasser die Schiffbrücke beschädigt hatte, seine Truppen in Kähnen nach dem linken Ufer der Drau bringen lassen, was fünf volle Tage erforderte. Um sich den Nachschub aus Innerösterreich zu Wasser zu erleichtern, rückte der Markgraf von Baden zunächst längs der Drau abwärts und wandte sich dann gegen Fünfkirchen, vor

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