Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Siklós. Kaposvár. Szigetvár. Erlau. welchem er am 16. October anlangte. Bei der Annäherung der Kaiserlichen steckte der türkische Befehlshaber die Stadt in Brand und zog sich mit der Besatzung' nach dem Schlosse zurück, doch vermochten die Angreifer die Flammen zu löschen und Markgaf Ludwig liess nun die Laufgräben gegen das Schloss eröffnen und eine Batterie von fünf Geschützen in Thätigkeit setzen. Schon waren die Anstalten zum Sturme getroffen, als die Besatzung am 21. October capitulirte. Die Gefangenen (800 Mann) wurden nach Graz abgeführt und General Thüngen zum Commandanten des eroberten Platzes ernannt. Am 24. October standen die Kaiserlichen vor Siklós, dessen Besatzung sich nach einem sechstägigen, tapferen Widerstande am 30. October aü den Markgrafen ergab. Dieser liess eine angemessene Garnison unter dem Commando des GFWM. Vecchia zurück und wandte sich dann gegen den Brückenkopf von Dárda. Er fand diesen theilweise gesprengt, die Morastbrücke verbrannt und die Schiffbrücke geöffnet. Da die vorgerückte Jahreszeit ein Ueber- schreiten der Drau nicht mehr gestattete, begnügte sich der Markgraf mit der vollständigen Demolirung des Brückenkopfes, ging hierauf nach Fünfkirchen zurück und trat dann den Marsch in die Winterquartiere an. Während desselben eroberte er nach einer dreitägigen Beschiessung noch das feste Kaposvár am 12. November. Im Monate December unternahm General Thüngen von Fünfkirchen aus noch einen Streifzug nach Szigetvár, dessen Vorstadt er nebst reichen Vorräthen von Lebensmitteln in Asche legte. Als die kaiserlichen Truppen aus Ober-Ungarn nach dem Sammelplätze Párkány gezogen wurden, erhielt die Besatzung von Munkács Gelegenheit, unter dem Parteigänger Madács weitausgreifende Beutezüge unternehmen zu können. Gleichzeitig versuchte der Pascha von Grosswardein, Szent-Jób wieder in seine Gewalt zu bekommen, doch scheiterte seine Unternehmung an der Wachsamkeit der dortigen Besatzung. Auch bei Erlau hatte schon im Juli ein Gefecht stattgefunden. Auf ein Gerücht, dass der dortige Pascha mit seinen Truppen eine Streifung gegen Pest unternehmen wolle, ritten die Generale Caraffa und Heissler auf Recognoscirung gegen Erlau. GFWM.