Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1686. 95 geschobenen Feldwachen in grosser Unordnung gegen die Wasser­stadt zurück und hinter ihnen sprengten 3000 Spahis und berittene Janitscharen gegen das Donau-Rundell der Ringmauer, von wo aus sie, durch lebhaftes Feuer abgewiesen, gegen die pallisadirte Bresche jagten. Auch hier mit einem mörderischen Salvenfeuer empfangen, eilte das feindliche Giros gegen die grosse Batterie der Kaiserlichen, bei welcher es von acht Escadronen der Bereitschaft und den Regimentern Mercy und Saurau attakirt und nach den Bergen getrieben wurde.1) Eine zweite feindliche Abtheilung sprengte durch das Thal St. Paul hinab und warf sich auf die dort befindliche Redoute Von einer wohlgezielten Salve der Besatzung empfangen, suchten die Türken dieses Object ausser Schussbereich zu umgehen, stiessen aber hierbei auf fünf Escadronen der Bereitschaft, welche unter dem Obristlieutenant Grafen Pálffy sofort in sie einhieben. Ein Theil der Türken eilte in Verwirrung gegen die bayerische Reiter­wache und wurde von dieser niedergehauen, der andere, grössere stürzte sich auf den Herzog von Lothringen, welcher eben mit geringem Gefolge heranritt. Der Generalissimus befand sich in höchster Gefahr, aus welcher ihn einige Escadronen Branden­burger, die der General-Lieutenant Schöning persönlich führte, be­freiten. Schöning fasste die Feinde in der Flanke, ritt sie über den Haufen und trieb den Rest nach dem kaiserlichen Haupt­quartier, in welchem die Flüchtlinge von den Trossknechten nieder­geschossen wurden. Von dem feindlichen Succurse hatte nicht ein Mann die Festung erreicht; mehr als 400 Mann waren getödtet, die Uebrigen in die Flucht getrieben worden. Der Grosswesir war während dieses Kampfes wieder vor dem bayerischen Lager erschienen, liess gegen dasselbe einige Kanonenschüsse abgeben und blieb dann unthätig stehen. Als aber gegen Mittag der GFWM. Piccolomini mit einem Theile des aus Siebenbürgen zur Hauptarmee berufenen Scherffenberg’schen Corps über die Schiffbrücke defilirte, trat Suleiman mit seiner Armee den Rückzug an. Am 30. August traf der FML. Scherffenberg mit dem Reste *) Während der Verfolgung erhielt der FML. Mercy eine Wunde, an der er im Anfänge des Monats October in Wien starb.

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