Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Official Langer: Serbien unter der kaiserlichen Regierung 1717-1739
Serbien unter der kaiserlichen Regierung 1717—1739. 213 Zur Belebung des 1 land eis mit dem Orient batte Kaiser Carl VI. mit Patent vom 27. Mai 1719 die Errichtung der »Orientalisch«! Compagnie« genehmigt und derselben ausgedehnte Privilegien verliehen. Die Gesellschaft errichtete auch in Belgrad eine Niederlage. Das ernste Bemühen der Regierung, Handel und Gewerbe im Lande zur Blüthe zu bringen, wurde durch die thatsächlichen Verhältnisse wenig gefördert. Ausser Wachs und Honig gab es fast gar keine Ausfuhrartikel. Die serbischen Kauf leute handelten grössten- theils mit türkischen, die deutschen mit Wiener Waaren, die eigentlichen Handelsgeschäfte aber waren in den Händen türkischer Unterthanen, weil diese auf Grund des am 27. Juli 1718 zu Passa- rovie zwischen Oesterreich und der Türkei abgeschlossenen Com- mercien-Tractates nur 3 Percent von dem Werthe der eingeführten Waaren zu steuern hatten. Nicht bloss der Handel im Grossen, sondern auch der Kleinverschleiss wurde fast ein Monopol der Türken. Der Unterschied in der Situation eines türkischen und eines österreichischen, nach und aus der Türkei Handel treibenden Kaufmannes ergibt sich aus Folgendem: Die türkischen Kaufleute zahlten in der Türkei..................................................3 fl. an der ersten österreichischen Gränzstation . 3 dem Aga in Wien.............................................2 » zusammen . 8 fl. vom Hundert. Der österreichische Unterthan dagegen zahlte vom Hundert: in Belgrad ................................................7 fl. 30 kr. » Peterwardein.......................................2 » 30 » » Ofen.....................................................2 » 30 » » Raab.....................................................2 » 30 » » Ungarisch-Altenburg............................1 » —■ * » B ruck a. d. Leitha.................................2 » 30 » » Schwechat...........................................2 » 30» un d dann in Wien 10 bis 15 fl., auch . . 20 » — » l) Unter diesen Umständen war die Concurrenz inländischer Handelsleute mit den türkischen fast ausgeschlossen, und darunter litt nicht bloss der Handel Wien’s, sondern auch jener der neo’) Reichs-Finanz-Archiv. Hofkammer-Verordnung vom 12. Febr. 1731. 59