Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Official Langer: Serbien unter der kaiserlichen Regierung 1717-1739

214 Langer. acquistischen Provinzen, da die türkischen Kaufleute wohl Waaren ein-, aber wenige ausführten. Auf vielfache Beschwerden und Gesuche der nach dem Oriente Handel treibenden Kaufleut« erfloss endlich nach langen Erhebungen und vielfach eingeholten Gutachten am 12. Februar 1731 eine Verordnung der Hofkammer des In­halts, dass zur Erleichterung des Handels aus und nach der Türkei die kaiserlichen Unterthanen von den aus der Türkei einge- fiihrten oder dahin ausgeführten Waaren 6 Percent an Mautli- gebiihren entrichten, bei den ungarischen und neoacquistischen Dreissigst- und Mauthämtern aber nichts mehr bezahlen sollen. Der Ausfuhrhandel Serbiens blieb indessen ziemlich unbedeutend; ein­geführt dagegen wurden Manufactur- und gewerbliche Erzeugnisse aller Art, die im Lande selbst nicht hergestellt werden konnten. Namentlich zog der türkische Abba, womit das serbische Volk sich meistens bekleidete, sehr viel Geld aus dem Lande. Behufs Wiedereröffnung der während der Türkenzeit in Verfall gerathenen Bergwerke, wurden gleich Anfangs Einleitungen getroffen') !) Prinz Württemberg liess die Reste ehemaliger Bergwerke durch Sach­kundige untersuchen. Der Bericht der hiezu abgeordneten Bergbeamten, den Prinz Württemberg am 2. December 1721 an den Prinzen Eugen sandte, be­rechtigte zu guten Hoffnungen (K. A. 1721, Fase. XIII, Nr. 1). Sie hatten zuerst unter dem Schlosse Havilla eine ziemliche Anzahl alter Gruben besichtigt, in denen sich aber weder Kupfer-, Blei-, noch Silber-Stufen oder Erze vorfanden, weil die Gruben zu sehr verfallen waren. »Zwei Stunden davon, bei Palanka, eben- massig eine Anzahl verfallener Gruben, wo man auf den alten Halden gediegen Bleischuss fand. Im Grunde war ein alter Erbstollen zu sehen, woraus etwas roth vitriolisches Wasser ging. Drei Stunden von Palanka, in dem Stoinik und Parzer Gebirge, nicht im Thal etwa am Wasser, sondern auf den höchsten Bergen, eine unsägliche Menge Schlacken, auch Silberglätte darunter, gediegen Blei und hin und wieder Bleischuss. In dem Rudniker Gebirge einen Hauptgang, der sein Streichen vom Aufgang gegen Abend, von der sechsten Stunde nimmt, auf welchem ein alt gewestes Hauptwerk zu bemerken, auch viele verhauene Zechen zu sehen waren, aus denen vermuthet wurde, dass einstens grosser Reich­thum da gewesen sein müsse. Auch waren Kupfer-, Silber- und Bleistufen zu spüren, und in den Gründen viele Schlacken und rudera von Gebäuden zu sehen.« Der Bergbau wurde nicht ohne Erfolg wieder aufgegriffen 5 da aber Belgrad mit seinem Gebiete im Jahre 1739 schon wieder unter türkische Herrschaft und Vernachlässigung zurückfiel, so finden sich wohl jetzt wenig oder keine Spuren mehr von den damals unternommenen Arbeiten. In den späteren Vorschlägen des Prinzen, wie der Ertrag des serbischen Landes höher gebracht werden könnte {Belgrad, den 26. Februar 1724), sind Bergwerke, Fischereien, Jahrmärkte, nur 60

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