Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (Neue Folge, 1888)

Hauptmann Machalicky: Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821

Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821. 87 Unter solchen Verhältnissen war wirklich an einen neuen Kampf nicht mehr zu denken, und l’epe, seine Nachhut ganz ihrem Schicksal überlassend, zog es vor, mit den wenigen Truppen noch am Morgen des 10. März über Sulmona und Isernia den Rück­marsch gegen Neapel fortzusetzen. Noch vor dein Abmarsch sendete Pepe die Miliz-Officiere in ihre Heimath ab, um dort die flüchtige Mannschaft binnen acht Tagen wieder zu sammeln und baldmöglichst auf den Kriegs­schauplatz zurückzuführen. Eine Proclamation,1) die er zu diesem Zwecke an die Milizen richtete, gab ihnen Monteforte als Sammel- punct an, von wo aus er sein Corps wieder vorzuführen hoffte. M. d. C. Russo, der im Laufe der Nacht zum 10. März seinen Rückzug fortgesetzt hatte, bezog mit etwa 1000 Mann Fusstruppen, 500 Reitern und 4 Geschützen eine Nachhutstellung nächst Sassa, wobei die Infanterie den flüchtig verstärkten Ort Civitä Tomassa besetzt hielt und die Geschütze auf der Anhöhe nächst Sassa auf­fuhren. Oesterreichischerseits brach die Vorhut d’Aspre’s noch um 1 Uhr Nachts von Antrodocco auf, und rückte, da sowohl Madonna delle Grotte als auch Rocca di Corno vom Feinde verlassen waren, weiter gegen Acpiila vor. Die Division Wallmoden folgte bei Tages­anbruch nach, dahinter die Division Wied-Runkel; um 10 Uhr Vormittags erreichte die Tete Rocca di Corno, als eben um diese Zeit GM. Villata mit seiner Colonne und den Gefangenen von seiner Detachirung einrückte. Der anwesende G. d. C. Frimont Hess die gesammten Truppen des Gros auf der breiten Sattelfläche des Passo di Corno, die ge­über den Misserfolg des Corps den General um seinen Rückzug besorgt machten, sammelte derselbe die Brigade bei Teramo und trat den Rückzug an die Pescara an, um an diesem Flusse, wie befohlen, eine Vertheidigungs-Stellung zu nehmen. (Operations-Journal des 2. neapolitanischen Corps.) ') Diese phrasenreiche Proclamation schob die ganze Schuld au der Niederlage auf die »Perfidie einiger Satelliten des Despotismus«, schmeichelte der Eitelkeit der Milizen und wendete sich an die Weiber der Abruzzesen, Samniter, Hirpinier und Daunier, um ihre Söhne und Männer zur Rückkehr zu bewegen. (Pepe, pag. 63 und 64.) Auch eine ebenso pathetische Procla­mation des Parlaments vom 13. März galt demselben Gegenstände. (»Agli Abrnzzesi sbandati« etc. K. A. 1821, III. 165.)

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