Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (Neue Folge, 1888)

Hauptmann Machalicky: Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821

88 Machalicky. waltigen Defiléen der Abruzzen im Rücken, zu einer Rast auf- marschiren und gab liier noch persönlich die Disposition zum Angriffsmarsch gegen Aquila aus. Als dann die Truppen bereits abzurücken im Begriffe waren, übergab er das Commando der beiden Divisionen an den FML. Freiherrn von Mohr und trat Uber Rieti, Nerola, Correse und Rom die Reise zum Gros der Armee auf die südliche Operationslinie nach Frascati an. Vorher hatte er die Gefangenen nach Hause entlassen und ihnen Proclamationen des Königs mitgegeben.1) Bei der Annäherung d’Aspre’s an Civitä Tomassa hielt der Feind nicht Stand; einige Gewehrschüsse abfeuernd, zog er sich so rasch zurück, dass bei Sassa zwei seiner Geschütze der öster­reichischen rechten Seitenhut in die Hände fielen und bald auch jede Fühlung mit den flüchtenden Neapolitanern verloren ging. Es war 7 Uhr Abends, als die verfolgende Vorhut vor Aquila erschien; hier wurde sie bereits von einer Gemeinde-Deputation erwartet, welche versicherte, dass der Gegner abgezogen sei und blos die Citadelle besetzt halte.2) Sie bat zugleich um die Besetzung der Stadt. Major d’Aspre fand letztere zum festlichen Empfange der österreichischen Truppen illuminirt und die Bewohner vom besten Willen beseelt, die nothwendigen Lebensmittel herbeizuschaffen. Er richtete sogleich nach seinem Eintreffen an den Commandanten der Citadelle, den Capitän Rossi, die Aufforderung zur Uebergabe, wozu sich dieser, ein altgedienter invalider Officier, unter dem Vorbehalte geneigt zeigte, dass die Oesterreicher, als im Einvernehmen mit dem Könige handelnd, in eine gemeinsame Besetzung der Feste durch kaiserliche und neapolitanische Truppen einwilligen würden.3) Um ein Beispiel für die anderen festen Plätze zu bieten, ging FML. Mohr auf diese Bedingung ein und betraute den Haupt­’) K. A. 1821, III. 158V,. 2) Die am Nordostrande der Stadt sehr günstig situirte Citadelle bildet ein regelmässiges bastionirtes Viereck mit gemauerter Contrescarpe, sehr tiefen Gräben und geräumigen bombenfesten Casematten in zwei Stockwerken. Dieselbe war bei kräftiger Vertheidigung ohne Belagerungs-Geschütz nicht einnehmbar. Ihre Be­satzung bestand damals aus 81 Mann, die Armirnng aus 18 Geschützen nebst hinreichender Munition. (Operations-Journal, pag. 219 u. s. f.) =) K. A. 1821, III. 135.

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