Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (Neue Folge, 1887)

Hauptmann R. Gerba: Zur Geschichte der Ereignisse in Bosnien und Montenegro 1853

Bosnien und Montenegro 1853. 107 in Eurem Verfahren, so setze ich Euch hiermit in Kenntniss von dem was geschehen wird. Die ganze am rechten und linken Ufer der Zeta gelegene Nahia wird zu Grunde gehen; Ihr selbst seid die Ursache davon, und ich mache Euch vor Gott und der Welt mittels dieser Proclamation verantwortlich. Ihr glaubt, ich könne mit meinen Truppen nicht über die Zeta setzen. Bei Gott! ich kann es und will es. Ihr glaubt auch, die türkische Armee sei so wie sie vor hundert Jahren gewesen ist; Ihr täuscht Euch jedoch. Bedenkt, dass die grossherrlichen Truppen Subordination kennen und gut eingeübt sind, dass die Türken überhaupt tapfere Krieger sind, wie die Welt wohl weiss. Ich gebe Euch daher zum letzten Mal bekannt, dass ich bereit bin, mit dem von mir befehligten Heer über die Zeta zu gehen, solltet Ihr Euch widersetzen wollen, so werdet Ihr und wäret Ihr auch fünfzigmal so stark, als Ihr seid, mir den Uebergang nicht wehren können. Ich werde jedenfalls über den Fluss gehen; Ihr werdet als Opfer fallen und die un­glücklichen Ueberlebenden werden Euch verfluchen müssen. Es betrügen Euch diejenigen, die Euch auf Hilfe von einem anderen Souverän Aussicht machen; das ist Lüge, da alle Souveräne einmüthig dem Grossherrn geantwortet haben, er könne ungehindert nach eigenem Gutdünken und mit gutem Recht Montenegro unter­werfen. Alles was ich Euch mit dieser Proclamation bekannt gebe ist die reine Wahrheit, sowie ich Euch auch versichere, Euch in der Schlacht tapfer zu bekämpfen, was Ihr später selbst sehen werdet. Wenn Ihr klug und einsichtsvoll seid, so werdet Ihr Euch unterwerfen; Euern Worten kann kein Glauben geschenkt werden, Ihr müsst mir Geiseln geben und mich in solcher Weise sicher­stellen. Ich werde hier über die Zeta gehen und dann Montenegro nach meiner Art bekämpfen. Ich habe nicht nöthig, von Euch die Erlaubniss zum Uebergang zu fordern, da Ihr glaubt, ich könne nicht hinüber kommen; diesen Glauben muss ich zunichte machen und Euch gebührend unterwerfen. Gott wird dafür Rechenschaft von Euch verlangen. Ich weiss, auf welchen Strassen und von welchen Punkten aus ich Montenegro angreifen muss; ich werde hierzu blos die

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