Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (Neue Folge, 1887)

Hauptmann R. Gerba: Zur Geschichte der Ereignisse in Bosnien und Montenegro 1853

Bosnien und Montenegro 1853. 99 Von der für Operationen gar nicht geeigneten Brda, dem östlichen Theile des Landes, ganz abgesehen, führen folgende W ege gegen den Hauptort Cetinje: a) aus der Hercegovina: 1. von Trebinje über Grahovo, 2. von Bilek über Grahovo, 3. von Niksic über Tresnjevo, 4. von Nikiié über Oranido und Miske; b) aus Albanien: 1. von Antivari über Virpazar, 2. von Zahl jak über Rjeka, 3. von Podgorica über Gradac, 4. von Spuz über Stitari. Als Querverbindung zwischen diesen Operationslinien führen im Zeta-Thale beiderseits des Flusses zwei Wege von Spuz nach Nikiié einerseits über Pjeiivci, anderseits über Ostrog. Gegen die Hercegovina erhebt sich das Land zu einem ununterbrochenen Vertheidigungswalle, welcher sich auch gegen Bosnien aufthürmt; erst südöstlich gegen Albanien öffnen sich die Gebirgsmassen und die Hauptwasser der Crnagora brechen hervor, um in den Skadar-See zu eilen. Den verhältnissmässig leichtesten Zugang zu Montenegro gewährt das Fluss-Tlial der Zeta. In dieses schneidet das türkische Gebiet1) südlich mit der Feste Spuz und nördlich mit der Festung Niksic so weit ein, dass dadurch das montenegrinische Gebiet längs der Zeta bis auf 16 Kilometer verengt und der montenegrinische Kriegsschauplatz in zwei Operationsfelder getrennt wird. Um die Trennung dieser beiden Keile zu bewerkstelligen und anderseits die Verbindung zwischen der eigentlichen Crna­gora und den Brda’s zu vermitteln, haben die Montenegriner das von Natur aus feste Kloster Ostrog noch durch Vertheidigungs- Werke verstärkt. Das Kloster Ostrog ist in eine geräumige Höhle an der Seite einer beinahe senkrechten Klippe hineingebaut, über deren Eingang die Felswand noch über hundert Meter senkrecht aufsteigt. Im Innern dieses Höhlenklosters ist das grösste Pulver­magazin des Landes. ’) Nach der alten Grenze vor dem Berliner Vertrage. 7*

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