Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Kriegs-Chronik Österreich-Ungarns. II. Theil. Der südwestliche Kriegsschauplatz im Donauthale und den österreichischen Alpenländern. (Mit eigener Paginirung)

Vergl. Kriegs-Chronik I. Tlieil, Seite 16. Kriegs-Chronik Österreich-Ungarns. Haag. Der Hauptschlag wider die rebellischen Böhmen war dem Herzog Maximilian von Bayern mit dem liguistisehen Heere Vorbehalten. Der Operationsplan desselben ging dahin, mit seiner 30.000 Mann zählenden Armee nach Österreich zu marschiren, Buquoy die Hand zu reichen und sodann vereint in Böhmen einzubrechen. Nachdem 7000 Mann unter den Obersten Hainhausen und Her- liberg nach Furth detachirt wurden, um einem eventuellen Einbrüche der Böhmen in die Ober-Pfalz zu begegnen, rückte Maximilian mit dem Gros der Armee (23.000) Mann nach Regensburg. Hier schiffte er das Fussvolk nach Passau ein, während die Reiterei den Marsch zu Lande fortsetzte. Seine Avantgarde überschritt am 24. Juli die Grenze Ober-Österreichs und stiess bei Haag auf den Widerstand von circa 1000 bewaffneter Bauern, welche die Strasse mit Verhauen abgesperrt hatten. Die Aufständischen wurden aber bald auseinander­gesprengt und die Bayern besetzten am 4. August ohne Schwierig­keit Linz; 3000 Mann ständischer Truppen traten in ihre Reihen. Nachdem Maximilian im August die widerspänstigen Stände gezwungen hatte, dem Kaiser zu huldigen, die Verwaltung des Landes geordnet und dasselbe zur Basis für seine weiteren Operationen ein­gerichtet hatte, rückte er Ende August über Freistadt und Weitra nach Neu-Pölla vor, wo er sich am 8. September mit Buquoy vereinigte. Die kaiserlich-liguistische Armee wandte sich hierauf nach Böhmen l). Der Bauernaufstand in Ober-Österreich 1626. Nach der siegreichen Schlacht auf dem weissen Berge (1620), begann Kaiser Ferdinand II. in Böhmen, Mähren und Österreich mit der Durchführung der Gegenreformation, wozu ihn der Wortlaut des Augsburger Religionsfriedens von 1555 vollständig berechtigte. Die Folge dieser Massregel war, dass aus Böhmen allein mehr als 30.000, meist wohlhabende Familien auswanderten und in Ober-Österreicb, wo die protestantische Lehre unter der Landbevölkerung starke Ver­breitung gefunden hatte, ein blutiger Bauernaufstand ausbracb. Ober- Österreich, welches damals vom Kaiser an Maximilian von Bayern bis zur Abzahlung der von dem Letzteren aufgewendeten Kriegskosten verpfändet war, hielten einige tausend Bayern besetzt, es wurde — allerdings im Namen und unter der Oberhoheit Ferdinand's II. — von dem bayerischen Statthalter Graf Herberstorf regiert. Als die Bewohner des Frankenburger Sprengels das Schloss Frankenburg bestürmt hatten, liess Herberstorf denselben seine volle Strenge fühlen und die Dorfrichter dieses Bezirkes je zwei und zwei um

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