Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)
Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)
u Juli. wurde Morgens gesprengt, jedoch abermals zum Nachtheile der Bela gerer. Sie verschüttete die vordersten Laufgräben und die im Baue befindliche Batterie und tödtete oder verwundete ungefähr 150 kaiserliche Soldaten. Die Bresche zeigte sich nach der Sprengung steiler und ungangbarer als vorher, indem die wenige vorhandene Erde weggerissen und die Mauertrümmer zu unersteiglichen Steinhaufen zusammengeworfen worden. Unter solchen Umständen war an die Ausführung des beschlossenen Sturmes nicht zu denken und die bereits hiezu commandirte Mannschaft musste zunächst zur Herstellung oder Säuberung der beschädigten Communicationen verwendet werden. Die schlimmen Erfahrungen, die bisher mit den Mineurs und ihren Leistungen gemacht worden waren, brachten den Herzog zu dem Entschlüsse, seinerseits den unterirdischen Krieg möglichst zu beschränken und hauptsächlich nur das Geschütz wirken zu lassen. — Von Überläufern wurde berichtet, dass die Besatzung mit Sicherheit auf das baldige Erscheinen einer Entsatzarmee von 40.000 Mann zähle. Ausfall der Türken am 25. Juli 1686. In der Nacht auf den 25. Juli setzten die Kaiserlichen ihre 2 Laufgräben und die verschüttete Batterie wieder in Ordnung. Da das Geschütz der Belagerer mit dem vorzüglichsten Erfolge gegen die Palissaden spielte, beschied der Herzog von Lothringen, der mit dem Churfürsten bereits alle nothwendigen Verabredungen gepflogen hatte, die Generale in sein Hauptquartier, um ihnen die Dispositionen zu dem Generalsturme zu ertheilen. Dieser unterblieb jedoch abermals, obwohl aus anderen Ursachen wie am Vortage. — Nachmittags Hessen die Feinde in der Nähe des Eckrundells zwei Minen springen, die aber nicht den geringsten Schaden verursachten und fielen unmittelbar darauf an zwei Stellen, nämlich auf den rechten und den linken Flügel des nördlichen Angriffes aus. Von dem rechten Flügel, den Graf Sauer befehligte, wurden die Türken, welche hiebei 20 Mann einbüssten, rasch zurückgeschlagen. Nachdrücklicher geschah der Ausfall gegen die Brandenburger, die anfänglich in einige Verwirrung gebracht wurden, sich aber schnell wieder sammelten und nun die Feinde, denen sie ansehnlichen Abbruch zufügten, vor sich her trieben. Leider Hessen sich aber die Brandenburger durch den Eifer in der Verfolgung zu weit fortreissen, geriethen unter das in einem Hinterhalte Hegende, feindliche Gros und mussten vor diesem weichen, wobei sie den Obristen Löschebrand und die Lieutenants Borstell und Syburg verloren. Der Herzog hatte aber bereits die Reserven unter dem Obristlieutenant Baron d’Asti vorrücken lassen, durch welche die Brandenburger rechtzeitig aufgenommen wurden. Gleichzeitig stürzten sich die Türken auf den beim unteren Tliore aufgestellten, grössten-