Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)

Erfolgloser Sturm der Kaiserlichen am 13. Juli 1686. 55 1 J. Juli. 18. Juli. 19. Juli. der eine dem Regimente Baden angehörte. Verwundet wurden der kaiserliche GFWM. Graf Asproment, die beiden Hauptleute Kottulinsky und Vaubonne, ein sächsischer Lieutenant und ein Unteringenieur. Gebührt dem Markgrafen Ludwig von Baden, der den Angriff am 16. Juli leitete, für die Geschicklichkeit, mit welcher er seine Absicht zu erreichen wusste, unbedingtes Lob, so darf anderseits nicht aus dem Auge gelassen werden, dass die kaiserlichen Truppen an dieser Waffenthat sich den Löwenantheil erwarben. -— Die Einnistung der Belagerer auf der Contrescarpe des Grabens vor dem grossen Schlossrundeil war ein so bedeutender und verhältnissmässig wohlfeil errungener Erfolg, dass im Vergleiche damit die zwecklosen, von den Kaiserlichen am 13. Juli gebrachten Opfer nur noch mehr bedauerlich erscheinen. Leider entsprach der weitere Fortgang des Angriffes auf der Südseite nicht ganz den, seit dem 16. Juli auf das Höchste gestei­gerten Erwartungen. Die Kaiserlichen vollendeten bis zum 17. Juli in der von ihnen neu eingeschnittenen Linie eine Batterie von drei Geschützen, die mit vorzüglichem Resultate gegen den hinter der Bresche befindlichen Theil des Rundells wirkten. Da die Türken an dieser Stelle einen Angriff vermutheten, arbeiteten sie mit grossem Fleisse an der Her­stellung eines zweiten Abschnittes auf der Fausse-braie. ■— Überläufer, welche nun immer zahlreicher einzutreffen antingen, berichteten, dass die Bomben des spanischen Feuerwerkers die stärksten Gewölbe durch­schlügen und dass bei dem Sturme am 13. der Stellvertreter des Pascha seinen Tod gefunden hätte. — Den Türken war nicht verborgen geblieben, dass die Belagerer vom Minaret der in der unteren Stadt befindlichen Moschee die Festung einzusehen pflegten und begannen deshalb diesen Bau mit ihrem schwersten Geschütze in Trümmer zu legen. Hiebei wurden von den Brandenburgern der Major Ölssnig und ein Lieutenant getödtet. — Die Kürassier-Regimenter Caprara und Neuburg wurden vom Sárwiz-Flusse abberufen und zur Verstärkung des bei Pest befindlichen Reiterlagers über die Donau gesendet. Die Bayern errichteten links von ihrem Logement einen Cavalier, der mit 20 bis 30 Mann besetzt und durch Communicationen mit den übrigen Werken verbunden wurde. Gleichzeitig begannen sie mit dem Baue einer Batterie, die das Schlossrundeil an einer Stelle beschiessen sollte, welche von den früher errichteten Batterien nicht eingesehen werden konnte. Da die Soldaten in unmittelbarer Nähe des Feindes und in einem steinigen Boden mit dem Spaten arbeiten mussten und sich hiebei nur mit hölzernen Blenden schützen konnten, büssten sie bei diesem Baue gegen 20 Mann an Todten und Verwundeten ein. Der 18. Juli verlief ohne Ereignisse von Belang. — Am nächsten Tage (19. Juli) alarmirten die Türken das kaiserliche Belagerungsheer, indem sie schaarenweise und mit grossem Geschrei auf der Bresche

Next

/
Thumbnails
Contents