Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)

Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685

Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685. 237 arm irt und mit einer hinlänglichen Besatzung versehen sei. Endlich war noch zu besorgen, dass der Seraskier, obwohl seine Truppen kaum mehr 18.000 Mann zählen mochten, einen Einbruch in die ganz unbe- schützten Erbländer unternehmen könnte. Alle diese Verhältnisse drängten den Oberbefehlshaber zu dem Entschlüsse, die Armee zu theilen. Die Corps in Ober-Ungarn und an der Drau mussten Ver­stärkungen erhalten, um sich damit einen möglichst weiten Raum für die künftigen Winterquartiere zu sichern. Ausserdem erheischte die Vor­sicht, so rasch als nur möglich ein „Corpetto“ an der mittleren Raab aufzustellen, um den bei Ofen stehenden Türken den Weg nach den Erbländern zu verlegen. Noch am 3. September wurde ein Courier, der dem Kaiser diese Vorschläge zu übermitteln hatte, abgefertigt. — Der Churfürst von Bayern, der in diesem Jahre auf ein „Schlagen“ nicht mehr hoffen durfte und dessen Einverständniss mit Lothringen sich in letzter Zeit getrübt hatte, verhess am 4. September das Lager bei Waitzen, um sich zu seiner, ihm erst jüngst angetrauten Oemalin zu begeben. Die meisten fürstlichen Volontärs hatten schon vor ihm die Heimreise angetreten. Am 5. September begab sich der Fürst von Waldeck von Waitzen nach Neográd. Er fand den Ort in einem so trostlosen Zustande, dass an einen Aufbau kaum zu denken und sogar die Unterkunft für eine kleine Garnison momentan nicht zu ermitteln war. — An demselben Tage kehrte eine Abtheilung von Raaber Grenzhuszaren, welche bis drei AVegstunden unterhalb von Pest gestreift hatte, mit 30 Ge­fangenen und 60 abgeschnittenen Köpfen in das Lager zurück. Die Huszárén meldeten, dass die nach der Heimat entlassenen Tataren ihren AAreg nach der Theiss mit furchtbaren Verwüstungen bezeichnet hätten. Am 7. September trat die Armee ihren Rückmarsch an und stand am Abende dieses Tages wieder in dem Lager bei Gross-Maros. Da der Kaiser den Vorschlägen Lothringen’s zugestimmt hatte, setzten sich am 8., unter dem Interims-Commando des Obersten Götz (General Scherffenberg sollte diesen später ersetzen), die Regimenter Sachsen- Lauenburg, Caprara, Caraffa, Götz, Magni jind Lodron nach Ober- Ungarn in Marsch. Die Infanterie-Regimenter Scherffenberg, La Verne, Houchin, dann drei bayerische Regimenter nebst Ingenieuren und einigem Geschütz sollten in wenigen Tagen ebenfalls dahin abgehen. General Pálffy wurde angewiesen, mit sechs Regimentern (darunter die erst eingerückten Infanterie-Regimenter des oberrheinischen Kreises), dann den National-Truppen unter Eszterházy und Adam Batthyányi, sich zum Abmarsche nach der Raab und Mur bereit zu halten. End­lich verständigte Lothringen den GFAArM. Mercy, dass er ihn demnächst nach Szolnok entsenden werde, um mit einem Detache­ment die Operationen des oberungarischen Corps gegen Süden

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