Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Hauptmann Jihn des Generalstabs-Corps: Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen

Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen. 145 Von der Armee Laudon’s befanden sieb: Ein Bataillon, 1 Grenadier-Compagnie, 16 Escadronen unter FML. Argenteau bei Trautenau; 12 Escadronen unter FML. Luszensky bei Johnsdorf (6'4km nw. Starkstadt); das Gros, 27 Bataillone, 34 Grenadier-Compagnien, 42 Escadronen mit 99 Geschützenl), bei Löchau, Dittersbach und Hauptmannsdorf; 10 Bataillone, 9 Grenadier- Compagnien, 5 Escadronen mit 16 Geschützen unter FML. Freiherr von Elrichshausen bei Wüste-Giersdorf und Tannhausen; 12 Bataillone, 10 Grenadier-Compagnien, 21 Escadronen mit 38 Geschützen unter FML. Draskovich bei Silberberg und Wartha; endlich 4 Bataillone, 1 Grenadier-Compagnie, 8 Escadronen mit 10 Geschützen unter GFWM. Bethlen bei Kunzendorf (s. Neustadt) in Ober-Schlesien. Diesen Kräften gegenüber hatte König Friedrich nach dem Abmarsche des General-Lieutenant Goltz 51'/2 Bataillone, 84 Esca­dronen, etwa 48.000 Mann mit 224 Geschützen verfügbar. Von diesen hielten 7 Bataillone die verschanzte Stellung bei Zeisberg besetzt, 13 Bataillone standen bei Kunzendorf, 5 Bataillone und 5 Escadronen unter General v. Saldern bei Hohen - Giersdorf, 15 Escadronen und 2 Compagnien Fussjäger unter General Bülow bei Lauterbach (1 */4 Meilen [9.4km] ng Reichenbach), der Rest in Cantonnirungen zwischen Frei­burg und Schweidnitz. In dieser Vertheilung der Truppen kamen in der Zeit bis zum 22. Juni nur untergeordnete Veränderungen vor. Man beobachtete sich gegenseitig und abgesehen von kleineren Gefechten der Vortruppen ereignete sich auf diesem Theile dos Kriegsschauplatzes nichts von Bedeutung. Schon zu Anfang Juni hatte sich unterdessen die Anwesenheit russi­scher Truppen auf dem Kriegsschauplätze fühlbar zu machen begonnen, und nach längerem Zögern entschloss sich der König, den noch immer bei Glogau stehenden General - Lieutenant Goltz zu verstärken und denselben zu einem Offensivstosse gegen die nach Posen vorgeschobene Division des General en chef Fürst Galitzin Vorgehen zu lassen, durch welchen er die russische Armee zum Rückzuge zu veranlassen hoffte. Zu diesem Zwecke marschirten am 22. Juni 8 Bataillone, 21 Esca­dronen und kurz darauf noch 3 Bataillone, mit im Ganzen 56 Geschützen, unter General Schmettau nach Glogau ab, welche am 26. daselbst ein­trafen und das Corps des General-Lieutenant Goltz auf 24 Bataillone 2), 47 Escadronen, circa 20.000 Mann mit wahrscheinlich 116 Geschützen ’) Siehe Anmerkung 2, Seite 144. 2) Am 23. Mai waren 4 Bataillone mit einem Cavallerie-Detacliement unter General v. Thadden nach Pommern abgegangen. Dafür «Messen 2 Bataillone der Besatzung von Glogau zum Corps des General-Lieutenant, Goltz, welche wieder durch 2 Bataillone aus Schweidnitz ersetzt wurden.

Next

/
Thumbnails
Contents