Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1883)

Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr - J. Nosinich, Oberst im k. k. Kriegs-Archive: Österreichs Politik und Kriege in den Jahren 1763 bis 1790; zugleich Vorgeschichte zu den Kriegen Österreiches gegen die französische Revolution

Benniscli 2 Bataillone, 8 Escadronen, Generalmajor v. Spleny bei Grätz 3 Bataillone, 4 Escadronen, Generalmajor Graf Mittrowsky bei T eschen 5 Bataillone, 17 Escadronen, Oberst La Tour bei Wieliczka in Galizien 2 Bataillone, 1 Escadron. Nach einer erfolglosen Demonstration, welche der Erbprinz von Braunschweig mit 3 Bataillonen und 15 Escadronen am 27. September über Beneschau und Oderberg gegen Ostrau unternommen hatte, bezogen die Preussen Winterquartiere, welche sie durch Ausbau der Werke von Troppau und Jägerndorf zu decken suchten. Der König verhess Anfangs November mit dem Prinzen von Preussen und dem General-Lieutenant v. Tauenzien die Armee und reiste nach Breslau ab, indess General-Lieutenant v. Stutterheim das Commando über das Corps bei Jägerndorf, 26 Bataillone, 25 Escadronen, G. d. I. Erbprinz von Braunschweig aber jenes über das Corps bei Troppau, 20 Bataillone, 45 Escadronen, fortführte. FZM. v. Elrichshausen hatte den Befehl erhalten, keinen ent­scheidenden Angriff auf Troppau und Jägerndorf zu unternehmen, um bei dem entstehenden Kampfe diese Städte nicht in Schutt und Asche zu verwandeln. Winter-Operationen in Schlesien, der Grafschaft Glatz und in Böhmen. Der Widerstand, welchem die Preussen nach der Räumung Böhmens in Schlesien trotz der Verstärkung ihrer auf diesem Theile des Kriegs­theaters operirenden Streitkräfte begegneten, bestärkte den König noch mehr in der Ansicht, dass Österreich ohne Hilfe Russlands durch das verbündete preussisch-sächsische Heer nicht niederzuwerfen und zum Frieden zu zwingen sei. In seinem Briefwechsel mit dem Prinzen Heinrich spricht sich die Besorgniss aus, dass bei Versagen der russischen Mitwirkung die Invasion Schlesiens und der Lausitz ein- treten, der nächste Feldzug defensiv geführt und einen für die königlichen Waffen folgenschweren Ausgang nehmen könnte. Diese Befürchtungen waren nicht ohne Grund. Nach den Entbehrungen, welche die Armeen der beiden Brüder während der Monate September und October zu erleiden hatten, und nach dem beschwerlichen Rück­züge aus Böhmen befanden sich dieselben in einem balbderouten Zustande; die Compagnien zählten nur noch 80 Mann in Reih und Glied; der Verlust der Pferde war bedeutend; Dyssenterie und Massen- Desertionen hatten das Heer decimirt. „Die Anstrengungen und Leiden des resultatlosen Feldzuges, durch die verdoppelte Strenge Friedrich’s II. gegen die Soldaten noch erhöht, riefen unter den Truppen eine all­gemeine Unzufriedenheit hervor. Das Vertrauen auf die Fähigkeit des Königs und die Begeisterung für seine Person, welche das Heer beim Ausmarsche belebten, nahmen ab. x\lter und Krankheit, urtheilte man,

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