Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1883)

Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr - J. Nosinich, Oberst im k. k. Kriegs-Archive: Österreichs Politik und Kriege in den Jahren 1763 bis 1790; zugleich Vorgeschichte zu den Kriegen Österreiches gegen die französische Revolution

68 Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr etc. alten Mauern und Wälle, Verrammlung der Angriffsseite, Füllung der Gräben mit Wasser etc. in Vertheidigungsstand setzen und legte eine starke Besatzung in die Stadt. Inzwischen waren von österreichischer Seite der Oberstlieu­tenant Quosdanovic am 14. October bei Jägerndorf, Generalmajor v. Kirchheim bei Olbersdorf eingetroffen und drei Tage darauf rückte ein Theil des mährischen Armee-Corps von Heidenpiltsch gegen Troppau und Grätz. Nach dem Abzüge aus Böhmen hatte der König von Preussen den General-Lieutenant v. Ramin mit einem Corps von 20 Bataillonen, 30 Escadronen bei Landshut und den Prinzen von Preussen mit seiner Brigade bei Kloster Kamenz zur Deckung Nieder-Schlesiens zurück­gelassen und dirigirte aus dem Lager bei Schatzlar am 15. October den General-Lieutenant v. Tauenzien mit 12 Bataillonen und 25 Esca­dronen über Schweidnitz, Nimptsch, Neisse nach Neustadt. Am 20. October stellte sich Se. Majestät an die Spitze dieses Corps und rückte mit demselben, den Oberbefehl über sämmtliche gegen Schlesien und Mähren operirenden Truppen antretend, den 22. über Hotzen- plotz gegen Jägerndorf. Der bei Olbersdorf stehende Generalmajor v. Kirchheim wich diesem übermächtigen Stosse gegen Zuckmantel aus, Oberstlieutenant Quosdanovic aber wurde nach einem heftigen Kampfe aus Jägern­dorf vertrieben und nahm sodann wieder Stellung bei Wiese an der Strasse nach Freudenthal. Der Feind legte jetzt um Jägerndorf Verschanzungen an, welche armirt und mit Besatzungen versehen wurden, indess die Truppen hinter der Oppa Cantonnements bezogen und die auf 9 Bataillone ver­stärkte Brigade Generalmajor Prinz von Preussen zu der Armee in Schlesien stiess. Mit dieser Verstärkung belief sich die Streitmacht des Königs in Schlesien auf 46 Bataillone, 70 Escadronen oder 40.000 Mann, die zwischen Neustadt, Jägerndorf, Troppau, Ratibor und Kosel zum Schlage concentrirt standen. Derselben gegenüber hatten die Streitkräfte der Österreicher in Mähren und Schlesien unter Commando des FZM. Freiherrn v. Elrichs- hausen durch Zuzüge von der Armee in Böhmen die Stärke von 40 '/„ Bataillonen, 59 Escadronen oder 50.000 Mann erreicht, welche wie folgt vertheilt waren: Hauptquartier in Heidenpiltsch. Hauptcorps an der Mohra: FML. Freiherr v. Barco bei Wigstadtl 12 Escadronen, FML. Marquis Bottá bei Heidenpiltsch 18 Bataillone, 12 Escadronen, FML. Freiherr v. Stain bei Freudenthal 7 Bataillone, Oberstlieutenant Quosdanovic bei Wiese und Bransdorf 1 Bataillon, 3 Escadronen, Generalmajor v. Kirchheim bei Zuckmantel 2 Bataillone, 1 Escadron, Major Poutet bei Altstadt, nächst Grulich '/„ Bataillon, 1 Escadron, Oberst Graf Wallis bei

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