Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)
Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr - J. Nosinich, Oberst im k. k. Kriegs-Archive: Österreich Politik und Kriege in den Jahren 1763 bis 1790; zugleich Vorgeschichte zu den Kriegen Österreichs gegen die französische Revolution
In Ungarn: 14 Bataillone Infanterie, 1 Bataillon Feld-Artillerie, 70 Escadronen Cavallerie. In Siebenbürgen: 9 Bataillone Infanterie, 4 Grenz-Infanterie-Regi- menter, */, Bataillon Feld-Artillerie, 22 Escadronen Cavallerie, 1 Regiment (6 Escadronen) Grenz-Huszaren. Im Temesvárer Banat: 1 Bataillon Infanterie, 1 GarnisonsRegiment, 2 Grenz-Infanterie-Regimenter, 4 Escadronen Huszárén. In Slavonien : 4 Bataillone Infanterie, 3 Grenz-Infanterie-Regimenter, 6 Escadronen Cavallerie, 1 Regiment (6 Escadronen) Grenz-Huszaren. Im Carlstädter Generalat: 4 Grenz-Infanterie-Regimenter, 3 Escadronen Grenz-Huszaren. In der Banal-Grenze : 2 Grenz-Infanterie-Regimenter, 3 Escadronen Grenz-Huszaren. Im Warasdiner Generalat: 2 Grenz-Infanterie-Regimenter, 3 Escadronen Grenz-Huszaren. Aus der politischen Stellung der Länder zur Krone (Ungarn, Siebenbürgen und Niederlande wurden constitutionell regiert, Galizien vor Kurzem erst erworben), sowie aus der Lage und dem Gebietsumfange der Monarchie und der Friedens-Dislocation geht hervor, dass sowohl die Augmentirung des Heeres auf den Kriegsstand, als die Zusammenziehung desselben in den nordwestlichen Provinzen des Reiches schwierig war und längere Zeit beanspruchte. Die Ausbildung der k. k. Armee war vorzüglich, ihr Geist unübertrefflich. Nach Beendigung eines so anstrengenden und verlustreichen Krieges, wie es der 7jährige gewesen, hatte, wie bereits erwähnt, Kaiser Josef als Mitregent die oberste Leitung der Kriegsangelegenheiten übernommen. Seiner umsichtigen und rastlosen Thätigkeit gelang es in der Decade 1765 bis 1775, unterstützt durch bewährte und kriegserfahrene Männer, welche, wie die Feldmarschälle Daun, Lacy und Hadik als Präsidenten des Hofkriegsratlies einander ablösten, oder die wie FZM. Laudon als commandirender General an der Spitze der Armee standen, die Kriegsmacht des Staates auf einen so achtunggebietenden Fuss zu setzen, dass sie in den europäischen Heeren einen hohen Rang einnahm. Die Wehrmacht Österreichs galt im Allgemeinen der preussischen Armee ebenbürtig, in manchen Stücken ihr sogar überlegen. Die Nothwendigkeit, dem kriegsgerüsteten Nachbar gegenüber ein zahlreiches, geistig und moralisch gehobenes und jederzeit schlagfertiges Heer zu erhalten, veranlasste die grosse Kaiserin und ihren erhabenen Sohn, mehrere Militär-Bildungs-Anstalten als Pflanzstätten für ein Officiers-Corps zu gründen, das, von seinem hohen Berufe durchdrungen, eine feste Stütze für Thron und Vaterland sein sollte. Durch Einführung des Militär-Cantonssystems, Vermehrung des Truppenstandes, durch Erhöhung der Präsenzstärke im Irieden,