Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Original-Briefe König Friedrich's II. im k. k. Kriegs-Archive zu Wien

o4(i Originalbriofe König Friedrich’s II. im Kriegs-Archive zu Wien. (28. Juli 1742) seine exorbitanten Forderungen theilweise auf. Die böhmisch-schlesische Grenze zwischen Österreich und Preussen ist seit dem Berliner Friedensschlüsse unverändert geblieben. I. Serie. 1742—48, Nr. 1. An den Major von Buntsch vom Prinz CaiTschen Regiment in Glatz. Mein lieber Major von Buntsch ! Euch wird bereits bekannt sein, dass, um die Sicherheit und Ruhe dortiger Orten wieder zu hersteilen, Ich bereits Huszárén hingeschicket, auch solche Veranstaltung sonsten gemachet habe, dass hoffentlich alles mit nächsten von den feindlichen Parthien sowohl als vom Räubergeschmeisse gesäubert sein soll. Ich finde inzwischen nöthig, Euch zu Eurer Verhaltung dahin zu instruiren, dass Ihr diejenigen, welche sich gegen Uns wohl betragen und treu sind, mit aller douceur tractiren, hin­gegen wider diejenigen, so ihre Mir geleistete Pflicht aus den Augen setzen, mit dem Feinde correspondiren, Verrätherei ausüben oder sich auf verdäch­tigen oder boshaften Thateu wider die Meinige oder wider die gemeine Landes-Sicherheit betreten lassen, mit aller Rigueur und Schärfe verfahren und solche, ohne viele Umstände zu machen, aufhängen lassen sollet, es mag solches ein Pfaffe, Bürger oder Bauer sein; als welches zu thun Ich Euch hiedurch nicht nur autorisire, sondern Euch solches auch hiemit anbefehle. Ihr sollet auch, wie Ich Euch schon in Meinem Vorigen befohlen, zu dem Ende einen Galgen aufrichten und mit leserlichen Buchstaben darauf schreiben lassen: Strafe derer meineidigen und rebellischen Unterthanen, au welchen Ihr ein Paar von denjenigen Bürgern oder Pfaffen, welche den feindlichen Huszárén, als solche letzthin in der Vorstadt von Glatz gewesen, solchen entgegen gegangen und mit ihnen gesprochen haben, sogleich auf­hängen lassen sollet. Kurz, Ihr müsst dergleichen rebellische und meineidige Unterthanen in Furcht setzen. Ihr sollet auch ein Patent drucken und solches durch Unsere Huszárén überall im Lande ausbringen lassen, woriunen jeder Unterthan im Glatzischen zur Treue und Gehorsam gegen Mich an­gemahnet wird, mit der angehängten Bedrohung, dass diejenigen, welche von ihnen sich rebellisch betragen, mit den feindlichen Truppen einigen Umgang, Gemeinschaft oder Correspondenz haben, oder solchen Vorschub thun, Nachrichten zubringen oder Wege zeigen und sich sonsten von ihnen zum Verschicken brauchen lassen würden, als Meinige und Landesverräther angesehen und ohne weiteren Process, noch sonder einige Gnade an den Galgen gehenket, auch ihr Hab und Vermögen confisciret werden solle, sie seien wess Standes oder Geschlechtes sie nur wollen. Ihr sollet auch darunter bei vorfallenden Gelegenheiten alle Schärfe gebrauchen und übrigens alles anwenden, um das Land in devotion, Ruhe und Gehorsam zu erhalten. Ich bin Euer wohl affectionirtcr König (gefertigt) Im Lager bei Brzozi, den 30. Mai 1742. Friedrich.

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