Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs - Die Occupation Bosniens und der Herzegovina (1879)
Operationen der Haupt-Colonne bis Zenica-Vitez
Organisation eines regelmässigen Ordonnanz - Curses vermittelst der beiden Uhlanen-Escadronen; die Fahrbarerhaltung der als Haupt-Nachschubslinie dienenden Communication Brod-Sarajevo durch Aufbietung und Verwendung der zwei Compagnien technischer Truppen; die beschleunigte Herstellung und Inbetrieberhaltung der telegraphischen Verbindung im Rücken der marschirenden Colonnen vermittelst Beeinflussung der diesbezüglichen Arbeiten und Beaufsichtigung der Strecken und des Personales. Zur Ausführung der einschlägigen Arbeiten wurde Major von Herrenschwand des 2. Genie-Regimentes dem II. Staffel als technischer Beirath zugewiesen. Nach dem Abmarsche der Haupt-Colonne hatte das Festungs- Commando in Brod den rechtzeitigen Abgang der Verpflegs- und sonstigen Nachschübe zu überwachen und mit Aufbietung aller Mittel durchzuführen. Im Einklänge mit diesen Anordnungen war am 20. Juli schon der Befehl ergangen, die Vorbereitungen zum Save-Uebergange der Haupt-Colonne nächst Brod zu treffen. Kraft desselben war der Commandant des 5. Pionnier-Bataillons, Major Jellusig, mit der Leitung der bezüglichen Arbeiten betraut und waren ihm hiezu an Truppen die 19. Feld-, die 5. Reserve-, dann die auf dem erhöhten Friedensstande befindliche 2. Pionnier-Feld-, endlich die 10. und 11. Genie-Compagnie zur Disposition gestellt. An Material erhielt Major Jellusig die bespannten Kriegsbrücken-Equipagen Nr. 37 und 38, die unbespannten Equipagen Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, ferner 1 Dampfschiff und 4 Schleppschiffe der Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft zugewiesen. Den Dispositionen zur Vorbereitung des Ueberganges lag eine Skizze der unmittelbaren Umgebung von Brod nebst einer Legende über die Fluss- und Terrain-Verhältnisse bei, denen Folgendes zu entnehmen war: Das bis an den Fuss der Gebirge ebene und ziemlich offene linke Save-Ufer ist westlich und nördlich Brod bis zur Strasse am Gebirgsfusse häufigen Ueberschwemmungen ausgesetzt. Die Bodenbedeckung besteht aus versumpftem Wald, nassen Hutweiden und Wiesen. Das rechte Save-Ufer, auf 2000—3000 Schritt Ausdehnung der Ueberschwemmung unterworfen und eben, hat in der Sehne der Flusskrümmung einen niemals ganz austrocknenden Sumpfboden. Mit Ausnahme der Stelle bei Türkisch-Brod, wo die Türken-Insel den Fluss in zwei Arme spaltet, beträgt dessen Breite 280—350m; die Tiefe in der Richtung des Rinnsales 3'5—4‘7m, die Geschwindigkeit 0’4—L9m, je nach dem Wasserstande. Die Hochwasser treten sehr rapid auf; der Flussgrund besteht aus Lehm mit einer 0‘3m starken Sandschichte darüber; die Ufer sind meist steil, 4’ö — 6m hoch und lehmig. Das linke Ufer überhöht stellenweise unbedeutend das rechte; an letzterem führt ein 3T—3-7m hoher Damm. An Uebergangsmitteln waren zur Zeit des Aufmarsches der k. k. Truppen an der Save bei Brod vorhanden: die österreichische Kahnüberfuhr mit einer in das Ufer eingeschnittenen Zugangsrampe; auf der bosnischen Seite eine Plätten- und Kahnüberfuhr, deren FassungsVormarsch von Brod bis zum Gefechte hei Zepce.