Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs - Die Occupation Bosniens und der Herzegovina (1879)

Ereignisse vom Einmarsche bis zur Einnahme von Sarajevo

100 Einleitung der Operationen. 1. Gebirgs-Brigade der VII. Infanterie-Truppen-Division und dem ent­sprechenden Theil der Divisions-Reserven und Anstalten gebildet war. Die von der XX. Infanterie-Truppen-Division abcommandirte 39. Infanterie-Brigade, General-Major Kaiffel, zum Schutze der Ver­bindungslinie im Bosna-Thale bestimmt, sollte der Haupt-Colonne folgen. Zu diesem Zwecke wurden General-Major Kaiffel die 1. und 2. Escadron des Uhlanen-Regimentes Graf Wallmoden Nr. 5 und für die weitere Vorrückung auch die 10. und 11. Compagnie des Genie- Regimentes Nr. 2 zugewiesen. Gleichzeitig war, da Kenntniss der Landessprache bei den mit der Bevölkerung in fortgesetzter Berührung stehenden Etapen - Truppen doppelt wünschenswerth, das ungarisch- croatische Linien-Infanterie-Regiment J. Graf Jellacic Nr. 79 der 2. Gebirgs-Brigade der VI. Infanterie-Truppen-Division mit dem in Ungarn sich ergänzenden Linien-Infanterie-Regimente Freiherr von Mollinary Nr. 38 der 39. Infanterie-Brigade verwechselt und speciell zur Besetzung der Etapenlinie bestimmt worden. Durch Zuweisung der erforderlichen Reserve - Anstalten erster und zweiter Linie an die einzelnen Colonnen, einschliesslich der 39. In­fanterie-Brigade, waren diese thunlichst selbständig gemacht. Die Verhältnisse des Occupations - Gebietes machten es notli- wendig, den Colonnen einen grossen Train folgen zu lassen. Dieser musste wegen geringer Leistungsfähigkeit der vom Lande beigestellten Wagen voraussichtlich bedeutend anwachsen und ergab sich hieraus die Nothwendigkeit, jede der Colonnen in eine gewisse Anzahl einander auf den Abstand eines Tagmarsches folgender Staffeln zu theilen. Der Wunsch, die Bewegung der Colonnen einheitlich zu ge­stalten , deren Commandanten ein Bild der Gesammtbewegung zu geben und gleichzeitig auch die Befehlsgebung durch die sonst nur schwer zu vermittelnde Kenntniss der täglichen Standorte zu verein­fachen, bewog den Feldzeugmeister, gleichzeitig mit den Directiven für den Colonnen-Commandanten diesen ein Marsch-Tableau zukommen zu lassen ‘). Dieses, zunächst die täglichen Marschziele des 13. Armee-Corps zum Ausdrucke bringend, sollte selbstverständlich nur so lange als Norm gelten, als die Vorrückung einen friedlichen Charakter behielte. Für den Fall, dass anormale Verhältnisse einträten, oder die Colonnen auf Widerstand träfen, hatte aber jeder Commandant nach eigenem Ermessen vorzugehen und nur zu trachten, die Bewegung seiner Colonne allmälig wieder in die Bahnen des Tableau’s einzufügen. Die vorläufigen Ziele waren sonach für die Haupt-Colonne Sarajevo, für die XX. Infanterie-Truppen-Division Zvornik, für die VII. Travnik. Ueberdies fiel dieser die Besetzung des wichtigen Banjaluka, der XX. Division aber die Pacificirung des Sandschaks von Zvornik zu. Ferners sollte letztere nach Erreichung der Feste Zvornik über Vlase- nica die Verbindung mit der nach Sarajevo vorgerückten Haupt-Colonne hersteilen und derart die Occupation Ost-Bosniens zum Abschlüsse bringen. *) *) Siehe Beilage 8.

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