Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs - Österreichs Kriege seit 1495 (1878)

Schlussbetrachtung und statistische Übersicht der Kämpfe Österreichs

*) Worte des FM. Graf Radetzky. zugé die Gouvernements Warschau und Minsk, und ihre Märsche reichten bis nahe an den Niemen. Im Süden Europa’s geben nicht weniger zahlreiche Schlachtfelder Zeugniss von der Tapferkeit und Ausdauer der kaiserlichen Heere; sie erstrecken sich auf alle Theile der apenninischeu Halbinsel und Sicilien; Palermo und Trapani waren von österreichischen Garnisonen besetzt. Auch nach dem vom Meere umflossenen Corsica und Sardinien trugen kaiserliche Truppen ihre siegreichen Fahnen. In Spanien fochten kaiserliche Truppen auf den catalonischen Ebenen, und ihre Schlachtfelder reichten bis an den Manzanares über Madrid hinab. Jenseits des Mittelländischen Meeres segelten kaiserliche Truppen an die Küste Afrika’s auf ihrem Zuge nach Algier und Tunis. Im südöstlichen Theile Europa’s aber drangen österreichische Truppen tief in Albanien und Macedonien ein und erreichten die Orte Kacanik und Stippo, — letzteres fast unter gleicher Breite mit Constantinopel. Im Osten reichten ihre Züge Ins an den Pruth und dessen Mündung, und an der Ostküste des Mittelländischen Meeres in Klein- Asien ward gemeinsam mit den englisch - türkischen Truppen das schwarzgelbe Banner siegreich aufgepflanzt. Im Westen endlich dehnten sich die verschiedenen Kriegstheater bis Dünkirchen, Yperen und Calais, und südlich bis an die Rhone und Saöne aus. Ausser Schweden und Norwegen, dem nördlichen, östlichen und südlichen Russland gibt es kein Land auf dem europäischen Con- tinente, in Deutschland aber fast nicht eine Quadratmeile Landes, „auf welchem nicht Österreichs Heere ihr Blut für Deutschlands Ehre und Rettung verspritzt hättenu ‘). Ein Blick auf die Schlachtenkarte, auf welcher nur die Haupt gefechte verzeichnet sind, lässt aus der Gruppirung der Daten und aus der Dichtigkeit der Gefechtszonen leicht erkennen, wo die meisten Actionen vorgefallen waren, oder wo sich dieselben wiederholt hatten. Es zeigt sich nach diesen, dass die meisten Kämpfe in den Rhein gegenden, und zwar am Ober- und Mittel-Rhein, an der oberen Donau und in den Niederlanden, ganz besonders aber in Ober-Italien, in den Ebenen des Po, Mincio und der Etsch stattgefunden hatten. Mit Einem Worte: es schlugen sich die österreichischen Heere in diesen vierthalb- hundert Jahren unter den verschiedensten Umständen an den Gestaden der Nordsee, des Adriatischen und Mittelländischen Meeres, in der ganzen Kette der Aponninen und Alpen von Genua bis Venedig, von der Schweiz bis Sicilien, — in den weiten Ebenen von ganz Italien, — an dör Weichsel, Donau, am Rhein, an der Sambre, Schelde, Seine,

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