Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (1877)
Die Neben-Operationen im Feldzuge 1859 in Italien
90 Die Neben-Operationen im Feldzuge 1859 in Italien. Zum Commandanten dieses Armee-Corps (mit dem Corpsquartier in Triest) wurde am 30. Juni FML. Baron Horvath Tholdy ernannt. Am 6. Juli erschienen zwei feindliche Kriegsschiffe im Hafen von Fiume. FML. Hipssich befahl beim Erscheinen derselben dem GM. Giersig die dortige, aus 5 Compagnien des 3. Bataillons Baron Ajroldi bestehende Besatzung nach den rückwärtigen Stellungen abrücken zu lassen und diese im Verein mit der zur Ablösung der Brigade Giersig am Anmarsche befindlichen Brigade Civic zu besetzen. Die feindlichen Kriegsschiffe beriefen die Stadtbehörden an Bord, verhandelten mit diesen und entfernten sich, da sie weder eine Besatzung in der Stadt, noch Kriegsschiffe im Hafen fanden, nach 25stündigem Aufenthalte in der Richtung von Lussin. Von der am 1. von Antivari ausgelaufenen feindlichen Flotte giengen 17 Schiffe am 3. Juli im Hafen von Lussin Piccolo vor Anker; 43 Schiffe erschienen am 9. Juli vor Venedig. Am 8. Juli erhielt das IV. Armee-Commando vom FZM. Baron Hess die Nachricht von dem Abschlüsse des Waffenstillstandes. Begebenheiten in Dalmatien. — Zu den beim Ausbruche des Krieges 1859 behufs Sicherung Dalmatiens gegen feindliche Unternehmungen von der Seeseite als nothwendig erkannten Massnahmen gesellten sich auch die Rücksichten, welche angesichts der Möglichkeit eines Angriffes der Montenegriner auf Cattaro zu nehmen waren. Frankreich folgte nämlich seit dem Krimkriege in allen Fragen der europäischen Politik, namentlich aber in jenen, welche sich auf die Balkan-Halbinsel bezogen, ein mit Russland übereinstimmendes Vorgehen; es war also nicht unwahrscheinlich, dass das Fürstenthum Montenegro aus eigenem Antriebe und mit Rücksicht auf seine Beziehungen zu Russland beim Ausbruche des Krieges zwischen Österreich und Frankreich sich auf Seite des letzteren stellen würde. Die als Kriegshafen erklärten und befestigten Bocche di Cattaro bestehen aus den vier durch Meerengen zusammenhängenden Wasserbecken Castelnuovo oder Topla, Teodo, Risano und Cattaro. Sie konnten in der Front von der Seeseite angegriffen und im Rücken von Montenegro bedroht werden. Ebenso waren ihre Flanken, Risano und das Zupa-Thal, nicht gedeckt. Um diesen Übelständen abzuhelfen und eine selbständige Verteidigung der ganzen See-Position zu ermöglichen, wurden bei Punta Lustizza, Punta Traste, bei Ljesevic, Punta d’Ostro und Vall’ Ostro, bei Pozule und bei Gorasda Werke und Batterien aufgeführt. Die Forts Budua und Santo Stefano erhielten eine Vermehrung ihrer Artillerie, ein Blockhaus und ein provisorisches Werk mit Kehlabschluss, die Bucht von Jasi oder Valle Asi eine Batterie.