Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (1877)
Die Neben-Operationen im Feldzuge 1859 in Italien
Die Neben-Operationen im Feldzuge 1859 in Italien. 97 la Folge der vorstehenden Verfügungen wurden 244 Bataillone, 100 Escadronen, 77 Batterien mit 600 Geschützen nebst Armee- Anstalten und Extra-Truppen nach den rückwärtigen Provinzen der Monarchie in Marschbewegung gesetzt Die Leistungsfähigkeit der Eisenbahnen hatte sich während dieses Krieges, ungeachtet der grossartigen Truppen- und Güterbewegung, vollkommen bewährt. Mittels Handbillets vom 12. Juli an Seine kaiserliche Hoheit den Statthalter von Tirol, Erzherzog Carl Ludwig, verfügten Seine Majestät die Entlassung der Landesschützen, welche am 19. und 20. Juli erfolgte. Am 18. Juli begann der Transport der nach den rückwärtigen Provinzen bestimmten Truppen. Am 4. August wurde das mobile Armee-Ober-Commando aufgelöst. FM&, Baron Hess übergab die Leitung der militärischen Angelegenheiten im Bereiche von Venetien dem Commandanten der II. Armee, FML. Graf Degenfeld. Der am 8. Juli abgeschlossene Waffenstillstand wurde bis zum definitiven Friedensschlüsse verlängert. Am 9. August traten die Bevollmächtigten der drei Regierungen zu Zürich zusammen, um auf Grund der Präliminarien von Villafranca den Frieden zum Abschlüsse zu bringen. Die Unterzeichnung desselben erfolgte am 10. November 1859. Im Monate October wurde die Eintheilung der ganzen k. k. Heeresmacht in 8 Infanterie-Armee-Corps und 1 Cavallerie-Corps verfügt. Der Bereich des Armee- und General-Commando’s zu Verona erstreckte sich über Venetien, Tirol, Kärnten, Krain und das Küstenland. In demselben waren das 3., 5., 7. und 8. Armee-Corps eingetheilt. Die Truppen dieser Corps blieben in Kriegsbereitschaft. Das I. Armee-, das 9., 10. und 6. Armee-Corps-Commando wurden mit Ende October aufgelöst. Schlussbetrachtung. Wie aus dem vorstehenden Auszuge zu ersehen, schildern die Ausführungen des III. Bandes jene Begebenheiten des Krieges 1859, welche zu dem Schauplatze der Entscheidung wohl in unmittelbarer Beziehung standen, für dieselbe aber nicht massgebend waren. Auch hat die Erzählung keine der grossen Waffenthaten jenes Feldzuges zu verzeichnen; sie fesselt darum das allgemeine historische Interesse in geringerem Masse, aber der Militär, vor welchem sich da zum ersten Male die Wehrkraft Österreichs zu Land und See entfaltet, welchem dessen Vertheidigungs-Objecte und Vertheidigungsmittel in den höchsten Regionen der rhätischen Alpen, sowie in den Lagunen und Sümpfen der venetianischen Küste, an den felsigen, von den Ausläufern der