Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)

Österreichs Kriege seit 1495. Chronologische Zusammenstellung des Schlachten, Gefechte, Belagerungen etc., an welchen kaiserliche Truppen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen entweder allein, oder mit ihren Alliirten theilgenommen haben - Heinrich Du Val Graf von Dampierre, Freiherr von Mondrovillia, kaiserlicher General-Feldwachtmeister, Kämmerer, Kriegsrath, Ritter des Ordens de Santa Militia und Oberst-Inhaber eines Cürassier-Regiments. Ein Beitrag zur Geschichte der I. Periode des dreissigjährigen Krieges

76 Heinrich Du Yal Graf von Dampierre. aus Prag, Ende April, erwiderte derselbe, dass er „in Anbetracht der von dem Erzherzoge angezogenen erheblichen Ursachen, und dann auch des Herzogs von Lothringen Liebden geschehenen stattlichen Intercession, sowie des Dampierre’s ansehnliche Freundschaft, und da er sich die ganze Zeit jederzeit wohl und ritterlich verhalten, auch seiner in Siebenbürgen, Ober- und Nieder-Ungarn geleisteten Dienste wegen, denselben des Arrestes entlasse und wieder in Gnaden auf­nehme *)“. Der Friede von Szitvatorok machte vorläufig Dampierre’s krie­gerischer Thätigkeit ein Ende. Da man mit den Türken jedoch auch in den Zeiten des Friedens immer auf einem gespannten Fusse lebte und stets auf Grenzverletzungen durch Einfälle auf eigene Faust krieg- führender Paschen gefasst sein musste, wurden die Truppen in Ungarn in geeigneter Verfassung erhalten. Demgemäss bekam Dampierre im Jänner 1609 den Befehl, ein neues Regiment Arquebusiere in der Stärke von 500 Mann aufzu­stellen, und ward ihm darüber auch die Bestallung als Oberst ver­liehen. Diesem Regimente wurde Ebenfurt zum Sammelplatz und Ungarisch-Altenburg zum Stationsort bestimmt, und für die Aufrichtung desselben Dampierre 6250 fl. und für seine eigene Person monatlich 300 Thaler angewiesen. Dampierre führte dieses Regiment zuerst nach dem letztangegebenen Orte, später ward es nach Komorn, endlich nach Ober-Ungarn verlegt. Im Jahre 1610 ward Dampierre der Auf­trag ertheilt, dem türkischen Botschafter mit 100 Pferden das Geleite von Schwadorf bis Komorn zu geben; auch erhielt er durch den Hof- Kriegsrath die Mittheilung, dass der Kaiser sich entschlossen habe, „im Falle man später mehr Kriegsvolk werben lassen würde, er Dam­pierre über ein Mehreres als jetzt bestallen wolle“. Dieses Verspre­chen sollte jedoch vorerst nicht durch den Kaiser, sondern durch den Erzherzog Ferdinand Erfüllung finden. Kaiser Mathias dankte nämlich Dampierre’s Regiment Ende December ab, der damit ebenfalls seiner Stellung verlustig geworden zu sein scheint, da er wenige Monate später den Kaiser um einen „jährlichen Unterhalt bittet, wie dies auch anderen Obersten zugestanden worden sei“. Dampierre sollte sich jedoch bald wieder ein Feld voll Aussicht sowohl auf kriegerischen Ruhm, als auch auf materielles Gut öffnen, denn die schon seit Längerem zwischen dem Erzherzoge Ferdinand, dem Haupte der steierischen Linie, nachmaligem Kaiser Ferdinand II. und der Republik Venedig schwebenden Misshelligkeiten hatten endlich offenen Feindseligkeiten Platz gemacht, — es brach der sogenannte *) Auch Dampierre’s Befehlshaber, Basta, sagt in seiner Relation an den Erz­herzog Mathias über diesen Vorfall, „dass die Übergabe Gran’s deutlich beweise, dass sie durch die Autorität der Söldner und ohne Wissen der Hauptleute und Officiere“ eingeleitet worden sei.

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