Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)
Österreichs Kriege seit 1495. Chronologische Zusammenstellung des Schlachten, Gefechte, Belagerungen etc., an welchen kaiserliche Truppen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen entweder allein, oder mit ihren Alliirten theilgenommen haben - Heinrich Du Val Graf von Dampierre, Freiherr von Mondrovillia, kaiserlicher General-Feldwachtmeister, Kämmerer, Kriegsrath, Ritter des Ordens de Santa Militia und Oberst-Inhaber eines Cürassier-Regiments. Ein Beitrag zur Geschichte der I. Periode des dreissigjährigen Krieges
Heinrich Du Val Graf von Dampierre. 77 Uskokenkrieg aus, 1615—1617. Dampierre, der sich während des Krieges von 1602—1606 einen sehr geachteten Namen erworben hatte, wurde nun von dem erwähnten Erzherzoge zum Befehlshaber eines ansehnlichen Truppen-Corps ernannt und warb auf dessen Befehl Truppen in Österreich, Ungarn und Polen, die er bei Görz vereinigte. Theils in Verbindung mit den übrigen Obersten, die im Felde erschienen, theils allein, setzte Dampierre den Venetianern so hart zu, dass fast kein Tag ohne Kampf vorüberging. Sein Name wird bei den meisten Unternehmungen mit Auszeichnung erwähnt, so z. B. bei einem nächtlichen Angriffe auf Romans, wo es ihm beinahe geglückt wäre, den mit Venedig verbündeten Herzog von Modena gefangen zu nehmen. Obschon der Ort einigermassen befestigt war, kamen Dampierre’s Leute doch durch den Wassergraben, erstiegen die Mauern und hieben nieder, was sich zur Wehr setzte. Der Herzog rettete sich mit Mühe durch die Flucht, 300 der Seinen blieben am Platze. Mit der Einnahme des Ortes fiel Dampierre noch eine reiche Beute an Geld und Kleinodien in die Hand. Im Übrigen musste in dieser Fehde von grossen Unternehmungen ganz abgesehen werden, — es beschränkten sich dieselben auf Streifzüge, Überfälle, von welchen Dampierre stets siegreich und mit Beute beladen heimkehrte, ferner auf die Entsatzversuche von Gradiska, welches die Venetianer bedrängten. Trotzdem Dampierre im Vereine mit den Obersten Don Balthasar Maradas und Mehlgraben die Feste, so oft sie nur konnten, mit Proviant versahen, auch die anrückenden feindlichen Verstärkungen zurückschlugen — wobei Dampierre einmal verwundet ward — wäre es den Venetianern doch bald gelungen, Gradiska zum Falle zu bringen. Als aber schliesslich Graf Albert Waldstein — der nachmalige Friedländer — dem Erzherzoge 200 auf seine eigenen Kosten geworbene Dragoner und reichen Proviant glücklich in die Stadt zuführte, hoben die Venetianer die Belagerung auf, worauf bald Friede geschlossen wurde. • Die vorzüglichen Dienste, welche Dampierre dem Erzherzog Ferdinand in diesem Kriege geleistet, belohnte der Kaiser durch die Ernennung zum Kämmerer und Kriegsrath. Bald hierauf nahm er Dampierre wieder in Anspruch, denn als die Unruhen in Böhmen ausbrachen, ward er mit einem in der Eile zusammengerafften schwachen Truppen-Corps dahin entsendet1). Er drang hier im August 1618 in das Land verheerend ein und bemeisterte sich sofort der Stadt Bistritz. Von da marschirte er gegen Neuhaus, das er jedoch nicht zu bewältigen vermochte; auch musste er auf die Nachricht hin, dass 1) Mittels kaiserlichen Patentes wurde allem in Ober- und Unter-Österreich befindlichen Kriegsvolk anbefohlen, Dampierre zuzuziehen und dessen Befehlen zu folgen.