Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)
Österreichs Kriege seit 1495. Chronologische Zusammenstellung des Schlachten, Gefechte, Belagerungen etc., an welchen kaiserliche Truppen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen entweder allein, oder mit ihren Alliirten theilgenommen haben - Moriz Edlen von Angeli: Der Kriegsrath und seine Bedeutung in der Gegenwart
Der Kriegsrath und seine Bedeutung in der Gegenwart. 101 1. Was zu thun, wenn der Feind so stehen bleiben sollte, wie er jetzt steht? 2. Wenn er wegmarschirt gegen die Donau, welchen Marsch er auf zweierlei Weise thun könne, ob man ihm mit der Armee nachfolgen solle? Baden vermeint, man solle seine Fussvölker anziehen lassen, selbe an einen bequemen Ort stellen und über der Mur an dem Wasser Posto fassen; doch, weil ihm die Situation des Landes noch nicht bekannt, wolle er vernehmen, was die Andern für gut befinden werden. Hohenlohe: Gehet man mit einer Partei von der Armee, so ist man dem Feinde nicht bastant; gehet man aber mit der ganzen Armee, so müssten diese Posten hier verlassen werden. So wäre es auch bei Ternie (Dernye) überzugehen ziemlich weit, und zu Cottoriba (Kottori) hätte man das Wasser dreimal zu passiren. Sulzbach hält dafür, man müsste vorher sehen, was man operiren will, und wie man den Proviant bekommen könne; so müsse man auch einen vortheilhaftigen Posto fassen, damit man selben, wenn gleich der Feind eine starke Partei dagegen schickte, behaupten könne. Item wir müssten eine gewisse Intention haben, was wir operiren wollen, denn was würde es uns helfen, wenn wir gleich drüben stehen und haben keinen Vortheil oder Intention, an den Feind in seinem Vortheil anzusetzen. Hohenlohe: Hier auf der rechten Hand müsste man die Drau zweimal passiren, und auf der linken Seite ist Alles ausfouragirt und lauter Morast. Wenn man aber will sehen, was des Feindes Contenance sei, liesse man ein 5000 Mann zu Ross und zu Fuss bei Cottoriba hinübergehen. W a 1 d e k vermeint, auf zwei Orten blinden Lärmen zu machen und zu versuchen, den Berg zu gewinnen. Montecuccoli: Dies wäre eine schwere Impresa, der Feind uns auch in der Reiterei überlegen; die Spahis und die Grenztürken thäten ziemlich wohl fechten. Hohenlohe: Wenn man Alles überwunden hätte, wie wollte man zwei Tage drüben stehen bleiben? Montecuccoli: Man müsste den Proviant von hier aus hinüberkommen lassen. Hoh enlohe: Wenn man eine Impresa vorhat, so müsste man auf acht Tage Proviant beisammen haben, sonst könnte man nie nichts vornehmen. Bis dato hätte man nur panem quotidianum gehabt. Montecuccoli: Wo man mit der Armee stünde, dort müsste man das Lager fortificiren. Einen Posto aber drüben zu fassen, hätte diese Difficultät: dieweilen wir einen Posto an der Schanz drüben gehabt (Serinvär) und selben nicht manuteniren konnten, wie wollten wir dann einen andern Posto manuteniren, wenn der Feind mit seiner Macht darauf gehen sollte? Sparr: Wenn man sich in eine Haupt-Action einlassen wolle, könnte man wohl hinüberkommen, sonst aber rathe er, nicht hinüberzugehen. Waldek: Wenn man sich getraute, diese Pässe mit ein Tausend deutsche Mann und denen Croaten zu versichern, könnte man’s versuchen. Montecuccoli proponirt, ob man in dem Stand sei, dass man sich mit dem Feinde in eine Haupt-Action einlassen könne? Sulzbach: Wenn wir etwas anfangen, dass unsere Leute zurückgehen müssen, werden sie ganz verzagt und verlieren das Herz. Item, soil’s einen Effect haben, müsste man etliche Tage dazu gebrauchen.