Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)

Österreichs Kriege seit 1495. Chronologische Zusammenstellung des Schlachten, Gefechte, Belagerungen etc., an welchen kaiserliche Truppen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen entweder allein, oder mit ihren Alliirten theilgenommen haben - Moriz Edlen von Angeli: Der Kriegsrath und seine Bedeutung in der Gegenwart

102 Der Kriegsrath und seine Bedeutung in der Gegenwart. Hohenlohe: Wenn man etwas Hauptsächliches thun will, nehme man 5000 Mann zu Fuss und 5000 Mann zu Pferde, bauen uns drüben eine Schanz und lassen hernach Etwas nach Präsenitz (Berzencze) gehen, dem Feinde Abbruch zu thun und selben zu divertiren. Bei Set. Georgen müsste man übergehen. Wa 1 d e k bleibt bei seiner Meinung, dass man die Croaten und etwas deutsche Mannschaft hier lassen, wir aber alle Völker bei Neuhoff zusammen­ziehen sollen, den Feind aus seinem Lager zu bringen. Nádasdy: Die Ungarn und Croaten würden allein nicht sufficient sein. Sparr; Es dünke ihn, wenn der Graf von Serini (Zrinyi) hier wäre, könnte man wegen der Landvölker, und was selbe dabei thun könnten', eine sichere Nachricht haben und darnach Alles besser disponiren können. Nádasdy: Die Croaten könnte man nicht einmal über die Drau herüberbekommen. Waldek vermeint nicht, um dieser Insel willen die ganze Armee zu Grund gehen zu lassen. Sparr: Man soll lieber das Korn im Felde angreifen und hier stehen bleiben; Ihre kaiserliche Majestät könnte dem Grafen Serini andere Satis­faction thun lassen. Waldek ist auch der Meinung, es wäre das beste Mittel, unitis viribus beisammen zu stehen und den Feind herüber kommen zu lassen. Hohenlohe vermeint, rebus sic stantibus könne man nicht wohl an den Feind kommen, und wenn die Franzosen da sind, würde man noch mehr Proviant bedürfen. Montecuccoli: Das Hauptwesen soll doch sein, die Reichsvölker und die Franzosen kommen zu lassen, unterdessen aber eine starke Partei gegen den Feind auszuschicken. Waldek: Man könnte auch inzwischen die Brucken über die Mur zu Neuhoff machen lassen, und jetzt auf eine bessere Einrichtung wegen des Fouragirens bedacht sein. Montecuccoli: Ihre fürstlichen Gnaden von Baden werden sich belieben lassen, alsbald Ihre Fussvölker zu beordern, dass sie avanciren und straks in’s Lager kommen. Der General-Lieutenant von Hohenlohe schreibt auch an die franzö­sischen Völker, dass sie mit ihren Truppen fortrücken sollen. Hohenlohe: Man schicke dem Kaiser einen Courier und sage, der Serini sei weg, unterdessen crepiren die Völker hier in der Insel; also sollen sie ihn bald wieder expediren lassen. Montecuccoli: Item, die neue Artillerie zu beordern, dass sie komme, sobald es möglich sein kann; — so solle auch unterdessen eine Brücke bei Cottoriba und eine Brücke hei Neuhoff über die Mur gebaut werden. Es solle auch dem Vice-Ban geschrieben werden, dass er alsbald berichte, was er für Ungarn und Hajdúkén aufbringen könne, denn wir wollten hernach übergehen und an den Feind setzen; soll also berichten, wie stark und wie bald er mit den Grenzern und andern Völkern kommen könne, diese Pässe zu überwachen. Wegen des Proviants habe der Zehentner (Kriegs-Commissär) schon nach Grätz geschrieben, man solle ihm förderlich berichten, was für Vorrath vorhanden wäre, damit er die Generalität auf etwas Gewisses versichern

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