Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 8. (Wien, 1821)

Solche, welche sich zunächst mit angesteckten Personen oder Stoffen, Kleidungsstücken und Bettsorren, und so. weiter, beschäftigen müssen, können die Gefahr der Ansteckung für sich vermindern, wenn sie von Zeit zu Zeit mineralsaure Dämpfe um sich entwickeln. Dieses geschieht mittelst starker Flaschen, welche den erst beschriebenen gleichen, nur daß sie viel kleiner sind, etwa einen Raum von 2V4 Kubik-Zoll fassen, und welche man in einer- hölzernen Kapsel bey sich trägt. In das Fläschchen gibt man 56 Gran sein pulverisirten Braun­stein, tmb von reiner Salpeter < und Salzsäure zu gleichen Theilen so viel, daß von dem Fläschchen nur ein Drittel voll wird. Sobald man nun Dämpfe um sich entwickeln will, öffnet man das Fläschchen, und schließt es dann wieder. §, 83o4. Hierbey ist noch zu bemerken: itens: Daß diese vorräthigen verschlossenen Gläser so viel möglich an kühlen und finsteren Orten, am besten in Kellern aufbewahrt werden. 2tens: Daß das Oeffnen der Gläser an dem Orte der Bestimmung vorsichtig/, mit zurück gehaltenem Gesichte, und nie zu nahe an einem Krankenbette oder an dem Kopfe eines Menschen, geschehen muß, um nicht zu vielen Dampf auf Ein Mahl zu empfangen. 3tens: Man läßt das Gesäß so lange an dem reinigenden Orte offen stehen, bis man den Geruch überall deutlich bemerkt. Sobald er über anfängt, den anwesenden Menschen lästig zu werden, verschließt man das Glas, und trägt es wieder an seinen Aufbewahrungsort, oder in ein anderes Zimmer, das man reinigen will. Fünf bis zehn Minuten des Offenstehens sind gewöhnlich hinlänglich. An menschenleeren Orten kann man sie offen stehen lassen, so lange man will. §. 83o5. Die Salpeter-Säure muß sehr stark, und weiß, nähmlich von der Art seyn, welche die Chemiker vollkommene Salpeter-Säure (Acidum nitricum) nennen. Sie soll beyläusig eine specifische Schwere 1, 40 oder 3g Grad des Reaumurschen Araeometers haben. Die Salzsäure Muß Acidum muriaticum concentratum oder Spiritus salis fumans seyn, von einer Schwere i, i3 oder 17 Grad des Araeometer. Der Braunstein soll so viel möglich rein seyn, keine erdigen Theile und wenig Eisen enthalten. §. 83o6. Die Räucherungen mit Mineral-Säure sind das beste, kräftigste und wirksamste Mittel, welches man kennt, itens: um die Luft an Orten zu reinigen, welche durch das Zusammenwohnen zu vieler Menschen, durch die Aufnahme zu vieler Kranken, durch faule schädliche Ausdünstun­gen, faulende thierische oder vegetabilische Substanzen inftctn sind. 2tens: Um das Gift und den Ansteckungsstoff bösartiger und ansteckender Krankheiten, sau- lichter Fieber, des gelben Fiebers, der Pest, zu zerstören, und Gesunde vor der Ansteckung zu bewahren. 3tens: Sie sind also das beste Mittel, um inficirte Krankensale, Lazarethe, Schiffe, Waa­ren, Kleidungen, Bettsorten, Geräthe zu reinigen, und das in ihnen enthal­tene Ansteckungsgift zu zerstören. 4tens: Gehörig angewendet, äußern sie auf Gesunde und Kranke nicht nur keine widrigen und in anderer Hinsicht schädlichen, sondern vielmehr in allem Betrachte wohlthätige Wirkungen , und befördern selbst die Heilung mit bösartigen Fiebern behafteter Kranken. Band viii. 07 Was Hierkey noch zu bemer­ken ist. Hkth. am -1. May öl5. l zi5>. Bemerkungen über die In­gredienzien für Aerzte unbAps- theker. Hkth. Alti ii. May 9,5.L 3i5i. Nutzen und Wirkungen der Räucherungen mit Mineral- Säure. Hkth.am-l.May8>5. L21S1.

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